Havelbrücke bei Groß Quassow: Neubau bis Ende April geplant
Havelbrücke bei Groß Quassow: Neubau bis Ende April

Seit Anfang Oktober ist die Havelbrücke bei Groß Quassow für den Verkehr gesperrt. Die alte Brücke wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bauherr ist die Gemeinde Userin, die seit Jahren für den Ersatz gekämpft hat. Die alte Brücke war rund 70 Jahre alt und wurde einst als sogenannte Panzerbrücke errichtet.

Brücke verbindet Zeltplatz mit der Region

Die Brücke überspannte auf acht Metern Länge die Havel und war der direkte Zugang zum Zeltplatz Havelberge. Mit mehr als 150.000 Übernachtungen pro Saison zählt er zu den größten Zeltplätzen des Landes. In den Ferienmonaten halten sich täglich bis zu 2500 Besucher auf dem Platz auf, die meisten reisen mit dem Auto an.

Die Standfestigkeit der Brücke hatte in den vergangenen Jahren stark nachgelassen. Reparaturen halfen nicht mehr dauerhaft, die Kosten summierten sich auf einen sechsstelligen Betrag. Ein Neubau war daher unumgänglich.

Kosten und Zuständigkeiten

Die Baukosten betragen 2,5 Millionen Euro. Zwei Drittel davon übernimmt das Schifffahrtsbauamt, da die Brücke eine Bundeswasserstraße überquert und den Vorgaben der Behörde entsprechen muss. Die Gemeinde beteiligt sich mit 400.000 Euro, das Land steuert 455.000 Euro bei.

Die neue Brücke wird zwölf Meter lang und höher als die alte. Die Durchfahrtshöhe steigt von 3,72 auf 4,20 Meter. Geplant wurde das Bauwerk vom Ingenieurbüro Thiele und Partner, das auch die Bauüberwachung übernimmt.

Abriss und Bauphase

In den ersten zwei Wochen wurde die Fahrbahn zurückgebaut. „Ohne Fahrbahnbelag und Geländer kam die Stahlbetonkonstruktion zum Vorschein“, sagt Ronny Seidel vom Ingenieurbüro. Abrissbagger zerkleinern den Stahlbeton mit großen Schlagbohrern. „Der Weg ist jetzt endgültig unterbrochen“, so Seidel.

Bis Ende April soll die neue Brücke fertig sein, rechtzeitig zur Saison auf dem Zeltplatz. Auch Bootsfahrer sollen dann wieder ungehindert die Havel befahren können. Während der Bauarbeiten ist die Wasserstraße an dieser Stelle gesperrt und verrohrt. Die Brücke wird vor Ort gebaut, nicht aus Modulen zusammengesetzt. Die prognostizierte Nutzungsdauer von 70 Jahren lässt hoffen, dass es danach lange Ruhe gibt.