Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern hat den südlichen Teil des Schaalsees, das Zarrentiner Becken, unter Schutz gestellt. Damit schließt das Land eine bislang bestehende Lücke im Schutzgebietsnetz des Schaalsees. Der Schaalsee ist aufgrund seiner besonders schützenswerten Natur in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bereits durch mehrere Naturschutzgebiete gesichert. Nun umfasst der Schutz auch den südlichen Abschnitt.
Neue Regeln für den Wassersport
Bisher galt für das Zarrentiner Becken eine Befahrensanordnung des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, die den Bootsverkehr zum Schutz rastender und brütender Vögel regelte. In den vergangenen Jahren nahm der Nutzungsdruck im südlichen Teil jedoch deutlich zu. Behörden registrierten mehr Verstöße, unter anderem durch Zelten und Wildcampen. Auch ortsfremde und nicht für den Schaalsee registrierte Boote sowie SUP-Boards wurden häufiger festgestellt.
Die Landesregierung sieht deshalb eine Neuordnung der Regeln als notwendig an. Mit der neuen Schutzgebietsverordnung des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird das Biosphärenreservatsamt die bisherige Befahrensanordnung in Kürze durch eine neue Allgemeinverfügung ersetzen. Parallel wird das Verfahren zur Vergabe von Bootsplaketten gemeinsam mit Vertretern verschiedener Interessengruppen neu geregelt.
Verlosung und zusätzliche Marken
Ab 2027 sollen die Bootsmarken teilweise alle fünf Jahre neu verlost werden, denn bisher stand den 300 vergebenen Bootsmarken eine Liste mit rund 200 Wartenden gegenüber. Zusätzlich hat das Biosphärenreservatsamt 100 weitere Marken freigegeben. Die bisherigen Inhaber von Plaketten und alle auf der Warteliste stehenden Personen werden dazu in den nächsten Tagen vom Biosphärenreservatsamt angeschrieben. Vereinsmitglieder sind von der Neuregelung kaum betroffen, da die Vereine ein eigenes Markenkontingent bekommen.