Das DHL-Express-Depot in Leizen ist evakuiert worden. Die Polizei hat Nordkurier-Informationen bestätigt, wonach möglicherweise ein Gefahrstoff entdeckt worden sein soll. Das Depot ist abgesperrt, wie ein Sprecher sagte.
Ukrainische Fahrerin meldet Symptome
Nach Nordkurier-Informationen soll es sich bei dem Gefahrstoff um Quecksilber handeln. Das wollte die Polizei noch nicht bestätigen. Was der Sprecher am Abend gegenüber dem Nordkurier schon sagen konnte: Eine ukrainische DHL-Fahrerin habe sich bei der Polizei gemeldet und über Beschwerden und Symptome beklagt. Dies könne in Zusammenhang mit einer Flüssigkeit stehen, mit der sie am Freitag während ihrer Tätigkeit als Zustellerin in Kontakt gekommen sein soll. Am Dienstag habe sie sich dann bei der Polizei gemeldet. Die Frau befinde sich in ärztlicher Behandlung.
Ähnlicher Vorfall am Freitag
Da es am vergangenen Freitag zu einem ähnlichen Vorfall in Neustadt-Glewe passiert gekommen war, habe man sich für einen solch großen Einsatz entschieden. In Neustadt-Glewe waren eine Ukrainerin und eine Litauerin durch einen mit Quecksilber vergifteten Blumenstrauß kontaminiert worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, wollte der Sprecher nicht sagen. Das werde geprüft.
Ob aktuell weitere Pakete kontaminiert sind und ob es sich tatsächlich um Quecksilber handelt, muss nun die Gefahrgut-Einheit des Landkreises herausfinden. Sie sind speziell ausgerüstet. Wie hoch die Gefahr für die Bevölkerung ist, bleibt aktuell unklar. Ob mögliche kontaminierte Pakete derzeit noch unterwegs sind, wollte der Sprecher am Abend weder bestätigen noch ausschließen.
Ermittlungen nach Quecksilber-Fund in Neustadt-Glewe
Beide Frauen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt seitdem wegen eines versuchten Verbrechens. Zwei Bewohnerinnen – eine ukrainische und eine litauische Staatsangehörige – kamen nach dem Kontakt mit dem Stoff vorsorglich zur medizinischen Behandlung in das Klinikum Rostock. Die Ermittler stehen vor der Frage, wie das Gift in das Wohnhaus gelangte. Nach dem derzeitigen Stand der polizeilichen Ermittlungen hatte die Geschädigte zuvor online Blumen bestellt. In genau dieser Lieferung wurde das Quecksilber schließlich entdeckt.
Die Herkunft der Blumen sowie die genauen Hintergründe und Gesamtumstände der Zustellung sind laut Polizei nun Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Kriminalpolizei hat ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.