Die Polizei sucht per europaweiter Ausschreibung neue Dienstleister für eine besondere Aufgabe: die fachgerechte Bergung, den Transport und die Aufbewahrung sichergestellter Leichen und Leichenteile. Betroffen sind zahlreiche Polizeireviere in der Region Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg.
Rahmenverträge für Bestattungsunternehmen
Das Landesamt für innere Verwaltung hat Rahmenverträge ausgeschrieben, für die Bestattungsunternehmen Preisangebote abgeben können. „Ein von der Polizei beauftragtes Bestattungsunternehmen kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Polizei oder die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren einleiten“, erklärt Sophie Pawelke, Sprecherin des Rostocker Polizeipräsidiums. Das geschieht in der Regel, wenn Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod vorliegen – etwa bei Verdacht auf Tötung, aber auch bei Arbeits- und Verkehrsunfällen sowie Suiziden. „Oder die Todesart zunächst als ungeklärt gilt“, so Pawelke.
Hohe Anforderungen an die Bestatter
Die Anforderungen sind hoch: Die Bergung muss „in jedwedem Zustand und auch unter teilweise schwierigen Umständen“ an Orten wie Autobahnen, Bahnstrecken und Flussufern erfolgen. Auch mit starkem Insekten- oder Madenbefall ist zu rechnen, wie das Dokument des Landesamtes für innere Verwaltung hinweist. Am Einsatz- oder Tatort müssen die Bestatter in maximal 90 Minuten sein.
Erwartet wird äußerste Vorsicht, um Spuren nicht zu zerstören: An beschlagnahmten Leichen dürfen im Hinblick auf spätere gerichtsmedizinische Untersuchungen und Beweismittelsicherung keine Veränderungen vorgenommen werden. Rauchen ist während der „Leistungserbringung“ verboten. Die Auftragnehmer müssen rund um die Uhr erreichbar sein, „auch an Sonn- und Feiertagen“, betont die Polizeisprecherin.
Aufträge für mehrere Reviere
In der Region Ludwigslust-Parchim sind Aufträge für die Polizeireviere Ludwigslust, Parchim, Boizenburg, Hagenow, Sternberg und Plau am See mit einer maximalen Laufzeit von vier Jahren ausgeschrieben. Auch im Bereich Schwerin und Gadebusch werden Bestatter gesucht, die sichergestellte Leichen im Auftrag der Polizei bergen und aufbewahren.
Mit der zentralen Vergabe werden mehrere Ziele verfolgt: ein wirtschaftlicher und sparsamer Umgang mit Steuergeldern, effiziente Rechnungsprüfung durch feststehende Preise sowie Handlungssicherheit für Polizisten, die im Ernstfall nicht viel herumtelefonieren müssen. Die Ordnungshüter „haben Handlungssicherheit bei der Beauftragung des zuständigen Bestattungsunternehmens“, so die Sprecherin.