15 Stunden täglich: Züchter aus Schwichtenberg rettet seltene Hühnerrasse
15 Stunden täglich: Züchter rettet seltene Hühnerrasse

Arne Zander (31) hat seine Leidenschaft für Geflügel zum Beruf gemacht. Der gelernte Metallbauer züchtet in Schwichtenberg bei Friedland Ostfriesische Zwergmöwen – eine vom Aussterben bedrohte Hühnerrasse. Auf seinem 4000 Quadratmeter großen Hof hält er Hühner, Enten, Tauben und Gänse. Bis zu 15 Stunden täglich widmet er sich seinen Tieren. Schon sein elfjähriger Sohn teilt die Begeisterung.

Vom Hühnerhof auf Usedom ins Hinterland

Aufgewachsen auf einem Hühnerhof auf Usedom, habe er seinen Eltern über die Schultern geschaut, seit er denken kann, erzählt der Züchter. Sie hätten Geflügel für Eier und Fleisch gehalten, mit Zucht und Ausstellungen aber wenig am Hut gehabt. Entscheidend war der Anblick einer Geflügel-Pokalsammlung bei einem Freund des Hauses: „Sowas ist natürlich cool für einen Jungen. Das wollte ich auch.“

Inzwischen bewirtschaftet er mit seiner Frau einen eigenen Hof mit Stall, Scheune, Volieren und Weiden in dem Dorf bei Friedland. Neben wildfarbigen Warzenenten und Holländischen Kapuzinertauben hat er sich auf Ostfriesische Zwergmöwen spezialisiert. 25 dieser äußerst seltenen Vögel leben auf seinem Gehöft.

Seltene Rasse mit vielen Vorzügen

Die Zwerg-Variante der Ostfriesischen Möwen sei nicht nur hübsch anzusehen, sondern lege fleißig Eier, sei robust, zutraulich und setze auch gut Fleisch an. Das sei wichtig, denn er schlachte auch. „Zwei Mal im Monat gibt es bei uns Geflügel, Frikassee, Ragout, zu den Festtagen einen Braten, das schmeckt uns allen. Die Kinder wissen, was bei uns auf dem Hof läuft, das wird auch gegessen. Damit haben sie kein Problem.“

Züchter dieser Rasse sind selten. Bei Rostock gebe es einen, einen zweiten bei Klütz (Nordwestmecklenburg), das sei es auch schon in Mecklenburg-Vorpommern. Ein weiterer sei bei Templin in Brandenburg aktiv, ein paar mehr in Ostfriesland oder im Erzgebirge. 160 Züchter der Ostfriesischen Möwen hätten sich zu einem Sonderverein zusammengeschlossen.

Nachwuchssorgen und Ausstellung in Friedland

Der Altersdurchschnitt steige auch in seinem Verein, die Zahlen der Züchter sinken. Fast immer, wenn er sich in Gesellschaft von Hühnerfans befindet, gehöre er zu den Jüngsten. Von Usedom verschlagen habe es ihn vor Jahren aus mehreren Gründen – auch wegen der Hühner: „Auf der Insel ist es immer schwieriger geworden. In Zempin zum Beispiel wohnen inzwischen viele Großstädter, die das Krähen der Hähne stört. Dort gibt es jetzt nur noch Hennen.“

Seine Ostfriesischen Zwergmöwen zeigt er am 17. und 18. Oktober bei der Herbstausstellung in der Salower Chaussee 28 in Friedland – zusammen mit mehr als 400 weiteren Hühnern, Tauben, Enten, Wachteln und Gänsen. Geöffnet ist am Sonnabend von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 14 Uhr. 35 Aussteller aus 14 Vereinen des östlichen Mecklenburg-Vorpommern und aus der östlichen Uckermark zeigen ihre Vögel.