Zum 20. Mal fand auf der Mirower Schlossinsel der Kunstmarkt „Kunst am Schloss“ statt – und wurde zu einem großen Erfolg. Die 70 Ausstellungs- und Verkaufsstände waren schnell an Künstler aus ganz Deutschland vergeben, denn der Markt hat inzwischen einen sehr guten Ruf über die Region hinaus.
Mitglieder wählen Trends, Besucher bestätigen Erfolg
Wer an dem jährlichen Treffen teilnehmen durfte, entschieden die Mitglieder des Inselvereins unter der Leitung von Christa Grählert. Sie wählten aus, welche Angebote und aktuellen Trends zu diesem in der Region einmaligen Markt passen. Die Vorhersage von Keramiker Frank Verchau aus den Anfangstagen, dies sei „ein Feld, das blühen wird“, hat sich bewahrheitet.
Am Andrang der Besucher zeigte sich, dass die richtigen Entscheidungen getroffen worden waren. Schon am ersten Tag riss der Zustrom bei bestem Sommerwetter nicht ab. Viele staunten über die Vielfalt des niveauvollen Angebots, schlenderten gemütlich von Stand zu Stand und ließen sich Essen und Trinken schmecken.
Originelle Futterhäuschen aus alten TetraPaks
Zu den Anbietern von Keramiken gehörte auch Sabine Krebs aus Neuruppin. Sie und ihre Mitstreiterinnen von der „KSG Hobbytöpferei“ sind nur zweimal im Jahr auf Märkten – einmal davon in Mirow. „Bei meinen Kreationen ist kaum etwas dabei, das auf der Töpferscheibe entstand. Alles ist schief und krumm, so wie es auch im Leben ist“, betonte Krebs.
Interessant waren auch die neuen Kreationen von Sibille und Christian Rodmann aus dem Oderbruch. Sie fielen besonders durch Gebrauchsgegenstände aus gebrauchten Verpackungen auf und boten unter anderem ein originelles Vogelfutterhäuschen aus einem ehemaligen TetraPak an. Die Oberfläche wird durch Servietten-Technik und Lackieren verschönert und wetterfest gemacht. „Das hält mindestens zwei Jahre, und die Art, wie es konstruiert ist, sorgt für eine immer saubere Futterstätte“, sind die Hersteller überzeugt.
Treibholz wird zu Möbeln: Kunst von der Ostseeküste
Torsten und Katrin Jahnke aus Neustrelitz waren vom vielseitigen Angebot begeistert. „Auf der Schlossinsel in Mirow finden wir jedes Mal ein vielfältiges Angebot in einer super Atmosphäre - mit dem Schloss und dem Wasser ringsherum. Gestaunt haben wir auch über die Metallskulpturen, welche mit tollen Sprüchen komplettiert angeboten werden.“
Einige Meter entfernt räkelte sich die junge Hamburgerin Eva Vogt auf einem ganz besonderen Stuhl: Die Sitzgelegenheit entstand unter den geschickten Händen von Holzkünstler Dieter Bergmann aus Glashagen bei Bad Doberan. Er geht mit offenen Augen am Strand entlang und sammelt Treibholz, bis zur Größe ganzer angespülter Bäume. Mit geschultem Blick zerlegt er die Fundstücke und fertigt aus den Teilen ganz besondere Natur-Möbel.
Einkaufslust und Heimatverbundenheit
Probe-Sitzerin Eva fühlte sich in Mirow sichtlich wohl. „Schön hier, das mag ich. Ich unterstütze gern kleine Händler und gönne mir so einige Kleinigkeiten. Mit einem leckeren Softeis lässt sich auch die Tageshitze gut ertragen“, sagte sie.
Über viele Jahre mit Mirow verbunden ist auch Familie Teller aus Bremen. „Schon in den 1970er Jahren fuhren wir mit Faltboot und Zelt durch die Mecklenburger Landschaft. Immer wieder legten wir auch auf der Schlossinsel an. Heute haben wir in Mirow ein Ferienhaus. Daher sind wir auch gern wieder beim Kunstmarkt dabei, sehen sehr viel, freuen uns über das reichhaltige Angebot, und so manche Kleinigkeit kaufen wir auch“, sagten sie.
Würdigung des Ehrenamts
Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU) war voll des Lobes. „Es gibt Veranstaltungen, die man besucht. Und es gibt Veranstaltungen, die zu einem Ort gehören, als wären sie schon immer da. Der Mirower Kunstmarkt ist genau solch eine Veranstaltung geworden“, sagte er.
Was heute selbstverständlich scheint, war vor zwanzig Jahren jedoch eine mutige Idee. Denn eine solche Erfolgsgeschichte schreibe sich nicht von selbst. Sie lebe von Menschen, die Verantwortung übernehmen, andere begeistern und aus einer Idee eine Tradition wachsen lassen.
Tesch dankte allen Mitgliedern des Mirower Inselvereins, stellvertretend Ulla Pape und Christa Grählert, für die Organisation. „Beide haben den Kunstmarkt mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Beharrlichkeit und ihrer Leidenschaft entscheidend mitgeprägt. Ihr Einsatz steht beispielhaft für das Ehrenamt, das unsere Stadt in so vielen Bereichen trägt“, so Tesch.
Der Kunstmarkt sei ein Stück Mirow geworden und präge das kulturelle Profil der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus. „Er vermittelt Gästen ein Bild, das authentischer kaum sein könnte: gastfreundlich, kreativ, weltoffen und zugleich eng mit der eigenen Geschichte verbunden“, resümierte Tesch. 20 Jahre „Kunst am Schloss“ sei deshalb weit mehr als ein Jubiläum. Es sei Ausdruck von Initiative, Tatkraft und Gemeinschaftssinn – Eigenschaften, die Mirow lebendig machten und auch in Zukunft unverzichtbar seien.