50 Jahre Christliche Freizeit- und Bildungsstätte Karchow: Ein Haus für Glauben und Hoffnung
50 Jahre Christliche Freizeit- und Bildungsstätte Karchow

Die Christliche Freizeit- und Bildungsstätte Karchow hat ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Drei Tage lang widmeten sich Menschen aus ganz Deutschland in der Müritzer Gemeinde der Kurzbibelschule. Austausch, Gebet, Training der Gemeindearbeit und Bibelstudium standen auf der Tagesordnung für jene, die darin Freude und Bestimmung für ihre Regionen finden.

Ein Ort der Besinnung in der Abgeschiedenheit

Die Abgeschiedenheit, die Menschen seit fünf Jahrzehnten im einstigen Pfarrhaus erfahren dürfen, ist Teil der Idee dieser Einrichtung. Besinnung und Raum finden – nicht nur in den Wohnungen, sondern auch auf den 8000 Quadratmetern rund um das Haus. Die freie Zeit im wahrsten Wortsinn gestalten, das ist die Botschaft, die hier vermittelt werden soll.

Hartmut Zopf, Leiter des Vereins „Christliche Freizeit- und Bildungsstätte Karchow“, kehrte einst selbst mit seiner Familie hier ein – um zu bleiben. 1986 zog er mit Gisela Zopf und den gemeinsamen Kindern von Waren nach Karchow. „Ich steckte damals noch in meiner Arbeit mit dem Studentendienst, den Rüstzeiten und später der Studentenmission Deutschland. Ich war viel unterwegs und konnte nicht alles hier leisten. Meine Frau hat mich vertreten und viel übernommen. Und wir konnten nach und nach auch ehrenamtliche Mitstreiter gewinnen“, erinnert sich der Theologe.

Von Leipzig nach Karchow: Der Weg des Theologen

In Leipzig studierte Hartmut Zopf an der Universität, doch sein Weg führte ihn nicht auf die Kanzel. Junge Leute im christlichen Glauben auch im Ausland zu erleben und zu begleiten, sei seine Bestimmung gewesen. Immer wieder führten ihn Reisen etwa nach Belarus und Sibirien. „Die jungen Menschen durften ja damals ihren Glauben nicht frei leben. Das war eine wichtige Arbeit für mich. Kontakte von damals haben zum Teil bis heute überdauert“, erzählt er.

Die selbst gewählte Mission war es, aus dem ungewöhnlich großen Pfarrhaus eine Stätte des Glaubens, der Hoffnung und der Begegnungen zu machen, die rund 3000 Übernachtungen pro Jahr zählt. Es brauchte nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Gerade zu DDR-Zeiten sei es mit den Baustoffen nicht so leicht gewesen wie heute. „Doch wir haben es mit Gottes Hilfe immer wieder geschafft, hatten Helfer und viele Mitstreiter, die erkannt haben, was wir in Karchow etablieren wollten.“

Sanierung und die Herausforderungen der Gegenwart

So kamen das neue Dach und die Fenster, wurden die Zimmer Schritt für Schritt im Jugendherbergs-Stil saniert. Der Charme des betagten Hauses ist dabei immer noch spürbar und sichtbar. Abgeschlossen sei das Projekt auf dem Areal jedoch längst nicht. Die alte Scheune mit ihrem Reetdach bereite noch Kopfzerbrechen ob der Finanzierung für ein neues Dach. Das müsse gar kein Schilf mehr sein, koste aber so oder so viel Geld.

Der Spagat zwischen preiswerten Angeboten für die Menschen, die hier ein Stück Müritzregion und ihren Glauben erleben, sei groß. Als Verein mit 70 Mitgliedern „aus ganz Deutschland“ gehe es nicht um Gewinn, sondern darum, das Geld in Fortschritte für diese Stätte zu investieren.

Ein Fest zum Jubiläum und Ausblick

Wie weit man auf diesem Weg vorangeschritten ist, wurde jüngst beim Karchowfest zum 50. Jahrestag des Hauses mit Freunden, Mitstreitern und Gästen deutlich. „Es war ein schönes buntes Fest, das uns erneut gezeigt hat, was alles mit Gottes Hilfe gelingen kann“, sagt Hartmut Zopf. Alle seien willkommen, auch Menschen, die sich dem Glauben nähern möchten. „Es ist in jeder Zeit wichtig, aber in diesen aktuellen Zeiten vielleicht einmal mehr, sich im christlichen Glauben mit Problemen und Strömungen der Gegenwart zu beschäftigen, sich auseinanderzusetzen. Über die Grenzen hinaus.“

Der Verein unterhalte nach wie vor intensive Beziehungen zu christlichen Gemeinden in Osteuropa, vor allem in Weißrussland und der Slowakei. Auch die „alte Schule“ im Dorf gehöre zum Verein – ein paar Schritte entfernt vom Haupthaus. Erlebbar sei das etwa mit der Gospelchorarbeit von „gospel-union“, die Hartmut Zopf ins Gespräch bringt. In Neustrelitz und Neubrandenburg werde „mit Begeisterung geübt“, gestalte der Chor Gospelgottesdienste und andere Auftritte in der Region. Über allem stehe ein Ziel, so fasst es der Theologe zusammen: „Die Liebe Gottes durch Wort und Tat bekannt machen.“