Bauer Korl: 28 Jahre Kult-Figur aus MV und ihr Erfinder Jörg Klingohr
Bauer Korl: 28 Jahre Kult-Figur aus MV

Seit rund 28 Jahren ist die Kult-Figur „Bauer Korl“ in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Das Publikum liebt seine klaren Worte, seinen deftigen, aber nie beleidigenden Humor und seine mecklenburgische Bodenständigkeit.

Eine Besucherin über Bauer Korl

„Mir gefällt, dass er einer von uns ist, nicht so ein Comedy-Typ aus einer Großstadt im Westen“, sagte eine Besucherin bei einem Auftritt in Hagenow.

Erfinder und Alter Ego von Bauer Korl ist der Unternehmer, Wirtschaftspsychologe und Führungskräfte-Coach Jörg Klingohr. „Ich verdanke Bauer Korl viele Erlebnisse und Begegnungen, aber faktisch existiert er nicht“, erläutert Klingohr sein Verhältnis zu seiner Kult-Figur. „Es ist aber schon so, dass meine Stimmung auch die Stimmung von Bauer Korl prägt, wenn ich gut drauf bin, ist er das auch“, erzählt er.

Respekt vor dem Publikum

Die Witze und Sprüche von Bauer Korl entwickelt Klingohr oft aus der Situation heraus. „Ich habe großen Respekt vor dem Publikum, nicht in dem Sinne, dass ich Angst vor der Reaktion der Zuschauer habe, sondern ich erkenne an, dass jeder eine eigene Geschichte und seine Persönlichkeit mitbringt. Daher ist es mir wichtig, dass Bauer Korl niemanden beleidigt und keine abwertenden Witze macht“, erläutert Klingohr.

Er sei sehr froh darüber, dass er mittlerweile so viel Routine auf der Bühne habe, dass er das Publikum beobachten und auf die Situation eingehen könne. Manchmal bezieht Bauer Korl auch direkt jemanden ein, wenn der zum Beispiel mehrmals dazwischenredet. „Ich sage dann gerne, dass nur die ein Publikum brauchen, die zu Hause nichts zu sagen haben“, erzählt Klingohr. „Oft gibt das Applaus, weil auch andere davon schon angestrengt waren. Aber dann mache ich auch gleich damit weiter, dass ich ja auch zu Hause nichts zu sagen habe und darum jetzt da bin“, beschreibt er.

Publikumsreaktionen und Ost-West-Erfahrungen

Beim Publikum kommt das gut an. „Paar klare Worte müssen manchmal einfach sein“, sagt ein anderer Zuschauer, der Bauer Korl in Lübz erlebt hat. Ihm gefällt besonders, dass dieser auch Witze über das Leben in DDR und BRD und das deutsch-deutsche Verhältnis seit der Wende macht. „Da merkt man, dass er die Zeit hier erlebt hat und das Lebensgefühl versteht“, so der Lübzer.

Jörg Klingohr war auch in den 1980ern komödiantisch unterwegs, allerdings anders als heute. Dennoch ist er seit einem Auftritt von Bauer Korl in Frankfurt am Main davon überzeugt, dass es zwar Unterschiede zwischen Ost und West gibt, aber dass diese kleiner und weniger trennend sind, als man gemeinhin denkt. „Es braucht überall einfach Menschen, die für das, was ihnen wichtig ist, Verantwortung übernehmen, ohne danach zu fragen, was man davon hat“, ist Klingohr überzeugt.

Insofern stehe die Figur von Bauer Korl auch für ein Miteinander, das im ländlichen Raum noch lebendiger sei als in der Großstadt. „Das ist gut und wichtig, unabhängig von Ort und Bundesland“, macht Klingohr deutlich.