In Ludwigslust, in Sichtweite des Schlosses, feiert das „Hotel de Weimar“ mit einer besonderen „Big Bottle Party“ und einem Zehn-Gänge-Menü sein Jubiläum. Seit mehr als 25 Jahren führen Petra Fuchs und Wilfried Glania-Brachmann das Haus in eigener Regie – eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte abseits der großen Städte.
Ein Fest für Gäste und Freunde des Hauses
Für Stammgäste, Freunde des Hotels und seines Restaurants gab es in diesen Tagen eine besondere Party. Ein Teil des Programms wurde mit erlesenen Weinen verschiedener Händler aus ganz Deutschland gestaltet, vorzugsweise ausgeschenkt in größeren Flaschen ab 1,5 Litern. Ein Höhepunkt war die feierlich inszenierte Öffnung einer 18-Liter-Flasche eines ebenso alten Rotweins.
Getragen wurde der Abend jedoch von der „kulinarischen Bühne“. Der Koch Wilfried Glania-Brachmann zauberte mit seinem Team ein Zehn-Gänge-Menü, um zu zeigen, wie breit das Leistungsspektrum des Hauses ist.
Vom Lamm-Aal-Carpaccio bis zum Rehrücken
Serviert wurden unter anderem ein Lamm-Aal-Carpaccio, geräucherter Müritz-Stör an der Gräte, Gänseleberterrine mit Schokoladenmandel sowie Quitten-Gelee und ein Rehrücken in Portweinbutter, ergänzt durch Schwammerl, Sellerie und Hagebutte. Gäste, die die Kochkünste seit vielen Jahren schätzen, sagen, der 62-Jährige hätte längst einen Michelin-Stern verdient. Er selbst sieht sich eher in der Tradition eines BIP-Gourmand, einer separaten Auszeichnung des Guide Michelin, die für sorgfältig zubereitete Gerichte zu moderatem Preis-Leistungs-Verhältnis steht.
Anspruch und Arbeitsteilung
Der Erfolg des Hauses liegt im Anspruch begründet. Petra Fuchs sagt selbstbewusst: „Unsere Bar fängt da an wo die meisten anderen aufhören“. Wilfried Glania-Brachmann weiß, dass er mit seinem Vier-Gänge-Menü, das immer auf der Karte steht, bisher jeden überzeugen konnte. Er mag auch einfache Gerichte wie eine gut gemachte Kartoffelsuppe. Die Zubereitung der Saucen für das Fest-Buffet hatte einige Tage in Anspruch genommen. Auf Fertiggerichte oder vorbereitete Zwischenprodukte käme er nie.
Petra Fuchs ist für alles im Hause außerhalb der Küche zuständig. Das Haus, dessen Ursprung auf 1773 zurückgeht, war nach seiner Wiedereröffnung als Hotel 1997 in Insolvenz gegangen. Der Insolvenzverwalter führte es weiter, und die beiden gelernten Köche konnten im laufenden Betrieb Erfahrung sammeln. Als der Steuerberater Hugo Bohn das Haus verpachtete, verfestigten sich die Erfahrungen, und wenig später ergab sich die Möglichkeit zur Selbstständigkeit. Die Finanzierung gelang schließlich über gute Beziehungen zur Sparkasse.
Erfolg ist kein Zufall
Nichts ist zufällig entstanden, sagt das Team, zu dem auch Restaurantleiter Tino Leonhardt und Christin Stahnke gehören. Das Haus bietet 46 Doppelzimmer in guter Lage. Vom Restaurant allein könnte das Haus nicht leben. Die Nähe zum Schloss und seinen Anlagen, die gastronomischen Anbieter und der Ruf der Stadt gehören zum Konzept. Das „Hotel de Weimar“ hat mit seiner Arbeit dazu beigetragen, diesen Ruf zu stärken.