Im Teterower Stadtwald hat sich der Borkenkäfer in diesem Jahr kaum ausgebreitet. Revierförster Stefan Blumrich (38) spricht von einem nahezu perfekten Jahr. „Wir hatten fast keine Borkenkäferproblematik“, sagt der Revierleiter im Hohen Holz. Nur vereinzelt seien Bäume befallen worden. Die Larven des Käfers fressen das Wachstumgewebe unter der Rinde, wodurch die Bäume absterben.
Gute Bedingungen im Teterower Revier
Blumrich ist bei der Landesforst angestellt, die die städtischen Waldflächen betreut. Auf den 400 Hektar Stadtforst habe es kaum oder keinen Windwurf gegeben. „Weiter Richtung Süden, also Richtung Waren die Ecke, da gab es Sturmschäden vor einigen Wochen. Diese haben uns überhaupt nicht getroffen“, erklärt er. Auch die Wiederaufforstungen seien nahezu zu hundert Prozent angewachsen.
Als Grund für das Waldglück nennt Blumrich den Regen: „Wir hatten dieses Jahr, sag ich mal, immer zum richtigen Zeitpunkt wieder Regen. Deutschlandweit im Vergleich können wir mit die Glücklichsten sein.“ Zudem habe es zunächst starken und lang anhaltenden Frost sowie Feuchtigkeit gegeben. Im Winter verziehe sich der Käfer in die Nadelstreu unter den Fichten. Wegen ausreichend Wasser konnten die Bäume genügend Harz produzieren und sich wehren.
Wachstum und Baumarten
Bei den Eichen spielte das Wetter allerdings nicht ganz mit. Sie blühten gut, aber bei der Hitze hätten viele ihre Eicheln abgeworfen. Die Bäume dürften insgesamt gut zugelegt haben. Bei der Douglasie, einer schnell wachsenden Baumart, könne das schon ein Zentimeter gewesen sein, schätzt Blumrich.
Im Wald gibt es am häufigsten Buchen, dazu viele Kiefern und Fichten. Der Fichtenanteil nimmt ab, „weil es eine Baumart ist, die mit den Änderungen im Klima nicht so zurechtkommt. Große Hitze, Trockenheit und die Borkenkäferproblematik setzen ihr stark zu“, erklärt er. Für das kommende Jahr rechnet Blumrich mit einer niedrigen Borkenkäfer-Population: „Es kommt natürlich auch im nächsten Jahr auf die Witterung an, aber die Borkenkäfer-Population startet dann auf einem ganz niedrigen Level.“
Brennholzverkauf startet
Im Herbst beginnt der Holzeinschlag. Wer Brennholz ab fünf Raummeter erwerben möchte, soll sich möglichst bald melden. „Es geht im Grunde nach dem Windhundprinzip“, erklärt Blumrich. Der Preis für Kronenholz liegt bei 22 bis 25 Euro brutto pro Raummeter. Beim Polterholz, also 3-Meter-Abschnitten, liegen die Preise bei 45 bis 50 Euro pro Raummeter.