Am 22. Oktober feiern Ingrid und Klaus-Dieter Swoboda in Blumenhagen ihre Diamantene Hochzeit. Das Paar ist seit 60 Jahren verheiratet und blickt auf eine gemeinsame Geschichte zurück, die mit einem ersten Kuss auf einem Erntefest begann.
Erster Kuss beim Erntefest 1964
„Das war am 11. September 1964 auf dem Erntefest in Blumenhagen. Da haben wir uns kennengelernt, getanzt und dann gab es auch den ersten Kuss“, erinnert sich Ingrid Swoboda. Sie wurde in dem Dorf zwischen Strasburg und Pasewalk geboren und ging dort zur Schule. Ihr Mann Klaus-Dieter war damals als Soldat in Stallberg stationiert und kam eher zufällig mit – ein Kumpel habe ihn überredet, wie er erzählt. Bei dem Fest seien mehrere junge Mädchen gewesen, aber Ingrid habe herausgestochen und ihm gleich gefallen.
Der 84-Jährige stammt mit seiner Familie aus dem schlesischen Moselache und kam nach dem Krieg nach Neugattersberg in der Magdeburger Börde. Die Hochzeit folgte erst zwei Jahre später: „Mit der Hochzeit ging das dann aber nicht so schnell. Wir haben uns gegenseitig besucht und kennengelernt“, berichtet er. Geheiratet wurde am 22. Oktober 1966 im thüringischen Kölleda, Klaus-Dieter in Uniform.
Vom Neubau in die Ernst-Thälmann-Siedlung
Zuerst wohnte das Paar in Blumenhagen im Neubau, in einer Ein-Raum-Wohnung ohne viele Möbel. Die 78-Jährige, die im benachbarten Wilsickow Geflügelzucht gelernt hat, bekam schnell Nachwuchs: zwei Jungen, geboren als sie knapp 19 und dann 20 Jahre alt war. Klaus-Dieter hatte nach einer Landwirtschaftslehre eine Laufbahn bei der Armee eingeschlagen und es bis zum Major gebracht.
1967 zog die Familie nach Stallberg in die Ernst-Thälmann-Siedlung, die 33 Jahre lang ihr Zuhause sein sollte. „Dort haben wir uns und auch die Kinder immer wohlgefühlt. Die schöne Waldluft hat uns gefallen. Damals war noch nicht alles abgesperrt im Wald“, sagt Klaus-Dieter Swoboda. Besonders das Blaubeeren-Sammeln im Wald habe die Familie geliebt.
Rückkehr nach Blumenhagen und Engagement im Dorf
Doch Ingrid Swoboda zog es zurück in ihren Heimatort: „Aber irgendwann wollte ich wieder zurück. Meine Geschwister und Nichten wohnten ja in Blumenhagen.“ Sie hatte inzwischen auch Verkäuferin gelernt und in der Stallberger NVA-Dienststelle gearbeitet. 2001 wurde auf einem freien Grundstück in Blumenhagen gebaut. Die heute 78-Jährige war dort eine Wahlperiode lang Gemeindevertreterin. Viele Jahre kümmerte sie sich mit ihrem Mann und weiteren Helfern ehrenamtlich um das Gemeindehaus, schloss Nutzungsverträge und sorgte für Ordnung und Sauberkeit – bis nach Randale in dem Haus Schluss damit war. Seit 2007 beziehungsweise 2013 sind beide Rentner.
Höhen und Tiefen einer langen Ehe
„Auch bei uns war nicht immer alles gut. Wir haben uns auch mal gestritten, aber nie im Bösen“, sagt Ingrid Swoboda. Ihr Mann sei der Ruhepol in der Ehe. Als junge Frau mit zwei Kindern sei es nicht immer leicht gewesen, zumal ihr Mann oft auf Dienstreisen im Ausland war. „Nach der Rückkehr frischt so eine Liebe wieder auf“, erklärt sie schmunzelnd. Klaus-Dieter Swoboda sieht in seiner Armeezeit auch einen Vorteil für die Ehe: „Durch meinen Armee-Dienst hatte ich als Vorgesetzter mit vielen Charakteren zu tun und musste mich damit auseinandersetzen.“
Ganz eng zusammengeschweißt habe das Paar die für sie schlimme Corona-Zeit, in der beide erkrankten und einen Aufenthalt auf der Isolierstation in der Pasewalker Klinik verbrachten. „Wenn mich seine Frau nicht so umsorgt hätte, wäre er heute wohl nicht mehr“, ist Klaus-Dieter Swoboda von Herzen dankbar. Das Jubiläum feiert das Paar mit Familie, Freunden und Bekannten im Blumenhagener Gemeindehaus.