In Neuhaus und Stapel werden alte Gasthöfe neuen Zwecken zugeführt. Aus der „Börse“ in Neuhaus soll altersgerechter Wohnraum entstehen, der Gasthof „Zur Krone“ in Stapel beherbergt bereits wieder Feste und soll zusätzlich Wohnungen und einen Co-Working-Space bekommen. Das Hotel Hannover in Neuhaus steht derweil für 339.000 Euro zum Verkauf.
Vom Gasthof zur Wohnimmobilie
Die kleine Kneipe im Dorf ist für viele Menschen auf dem Land nur noch eine romantische Erinnerung. Wo einst in der Krone, der Börse, dem Lindenkrug oder dem goldenen Stern gemütliche Runden saßen oder Feste gefeiert wurden, ist nach dem Verlust der Wirte oft Ruhe eingekehrt. Die letzten Bauernfrühstücke haben die Küchen verlassen, die letzten Biere sind gezapft.
Neue Vorgaben bei Brandschutz und Hygiene machen es neuen Besitzern fast unmöglich, die Kneipe weiterzuführen. Ein Abriss muss aber nicht zwangsläufig sein. Viele Kneipen stehen leer, doch es gibt auch Versuche, den Kult in seiner Substanz zu erhalten.
Projekte in Neuhaus und Stapel
Der Gasthof „Zur Börse“ in Neuhaus diente dem ZDF bereits als Motiv für einen Abendfilm. Die frühere Wirtin Hildegard Schweinsberg trieb den Verkauf mit über 90 Jahren voran. Bis zum Ende des Jahres soll das Gebäude für altersgerechtes Wohnen hergerichtet sein, teilt Marcus Dittmer von der Firma Holzhandwerk Dittmer mit. Der bekannte Schankraum soll erhalten bleiben.
In Stapel wurde der Gasthof „Zur Krone“ vom ortsansässigen Malermeister Bernd Benthien erworben. Der Saal wurde renoviert und war bereits Schauplatz einer Veranstaltung mit über 300 Besuchern. Aus dem Schild ist aus Reminiszenz an den letzten Wirt „Alfred“ geworden. Geplant sind Wohnungen und ein moderner Co-Working-Space.
Hotel Hannover sucht Käufer
Das Hotel Hannover in Neuhaus steht in einem Immobilienportal für 339.000 Euro zum Verkauf. In der Beschreibung heißt es: „Bis 2013 wurde das Hotel erfolgreich familiengeführt und ist derzeit bis Ende 2027 verpachtet.“ Für die Makler ist es „eine traditionsreiche Hotelimmobilie mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, bestehendem Pachtverhältnis und hervorragendem Potenzial für die Zukunft - eine seltene Investitionsmöglichkeit in der Elbtalaue.“ Noch wird hier Bier gezapft und gekocht, doch die Zeichen stehen auf Veränderung.