Erntedank neu gedacht: Warum Teilen die Seele satt macht
Erntedank neu gedacht: Warum Teilen die Seele satt macht

Zum Erntedankfest ruft Gemeindepädagoge Timo Haunschild aus der Kirchengemeinde Dargun-Neukalen dazu auf, Dankbarkeit mit dem Teilen mit anderen zu verbinden. In seinem Beitrag für die Reihe „Wort zum Sonntag“ stellt er zwei biblische Geschichten gegenüber: die Speisung der 4000 Menschen und das Gleichnis vom reichen Kornbauern.

Dankbarkeit als Schlüssel zur Sättigung

Haunschild verweist auf die Speisungsgeschichte im Markusevangelium, in der Jesus die Brote nimmt und dankt. Er teile das Wenige mit den Hungernden, und am Ende seien alle satt geworden. „Wer dankbar ist, kann auch satt werden“, so der Gemeindepädagoge – nicht nur körperlich, sondern vor allem in der Seele.

Als Kontrast dazu erzählt er das Gleichnis vom reichen Mann, der Jahr für Jahr reiche Ernten einfährt und immer größere Scheunen baut. Der Mann spricht zu sich selbst: „Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; hab nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!“ In derselben Nacht werde seine Seele von ihm gefordert. Die Geschichte endet mit dem Satz: „So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“

Das Geheimnis liegt im Miteinander

Haunschild fragt, was am Schätze sammeln falsch sei, gerade in Zeiten unsicherer Renten. Die Antwort liege vielleicht im Miteinander: Jesus sehe sich als Teil der hungrigen Menge und übernehme Verantwortung für andere, während der reiche Mann nur seinen eigenen Hunger sehe. Jesus teile, der Mann sammle. Jesus spreche mit Gott und Mitmenschen, der Mann nur mit sich selbst.

Für ein erfülltes Leben brauche es ein Dreifaches: Fleiß und verantwortliches Wirtschaften, den Blick über den eigenen Tellerrand – um Hunger anderer zu erkennen und zu teilen, sei es Zeit, Kraft oder Geld – und den Blick auf Gott, der die Welt geschaffen habe und reichlich Korn und Früchte wachsen lasse. Es liege an den Menschen, alles gerecht zu verteilen, sodass aus dem täglichen Brot „unser“ Brot werde, wie im Vaterunsergebet.

Gesegnetes Erntedankfest

Der Gemeindepädagoge zeigt sich dankbar für beide Geschichten, weil sie das Herz weit machten – für Gott, für sich selbst und für andere. Manchmal sei man der Gebende, manchmal der Nehmende. Für beides gebühre Gott der Dank, denn das Miteinander mache die Seele satt. Er wünscht den Lesern ein gesegnetes Erntedankfest.