In der Gartenanlage Ravenswinkel in Sternberg hat es am Sonntag erneut gebrannt. Für Bernd Neumann, dem dort ein Grundstück gehört, war es das siebente Feuer, das er in der Anlage erlebte. Dieses Mal brannte die Parzelle genau gegenüber. „Ich habe Angst, mein Grundstück zu verlassen“, sagt Neumann.
Angst vor der Brandruine
Neumann befürchtet, bei seiner Rückkehr eine Brandruine vorzufinden. Er und seine Frau haben sich ihren Ruhestand anders vorgestellt. „Ich habe einen Herzinfarkt überlebt und bin danach in Rente gegangen. Hier wollte ich mir noch einen schönen Lebensabend machen“, erzählt er. Vor 14 Jahren kam er als Pächter in die Anlage, seit zwei Jahren ist er Eigentümer. Mit seiner Frau und Hund Max verbringt er den Großteil des Jahres dort.
Feuerwehr löscht innerhalb einer halben Stunde
Am späten Abend hörten die Neumanns einen lauten Knall, dachten zunächst an „Silvesterfeiern“. Als sie vor die Tür traten, sahen sie das Feuer. Die Feuerwehr war schnell vor Ort. Innerhalb von einer halben Stunde löschten die Kameraden den Brand, wie Sternbergs Wehrführer Eckardt Meyer berichtet. Für die Feuerwehr ist der wiederholte Einsatz ein Ärgernis. Der Eigentümer der Anlage erhielt eine Kostenrechnung für den Einsatz. Der Kriminaldauerdienst wurde informiert.
Ermittlungen zur Brandursache laufen
Die Kriminalpolizei war vor Ort, befragte die Neumanns und sicherte Beweise. Eine Polizeisprecherin bestätigt: „Die Ermittlungen zur Brandursache dauern derzeit an. Dabei werden sämtliche Erkenntnisse und Hinweise geprüft, darunter auch Angaben zu wahrgenommenen Knallgeräuschen sowie ein möglicher Zusammenhang mit weiteren Brandereignissen.“ Ob pyrotechnische Gegenstände eine Rolle gespielt haben könnten, werde geprüft. Das betroffene Grundstück wurde polizeilich abgesperrt. Wenige Meter weiter ist eine offene Tür, über die man dennoch in die Parzelle kommt. Am Eingang finden sich Müll und ein kleiner verbrannter Bereich samt Böllerresten.
Neumanns wollen Bürgerbeauftragten einschalten
Die Neumanns haben bereits Behörden, Polizei und Anwälte kontaktiert. „Ihnen seien die Hände gebunden“, hörten sie immer wieder. Mit Videos, Fotos und Protokollen sammeln sie Beweise – bisher erfolglos. Als Nächstes wollen sie sich an den Bürgerbeauftragten des Landes wenden. „Erst wenn etwas Schlimmeres passiert, ist das Geschreie groß“, ärgert sich Bernd Neumann. „Ich verstehe nicht, dass hier nichts gemacht wird“, ergänzt seine Frau. Sie lassen sich nicht unterkriegen und hoffen, dass ihnen jetzt „endlich mal zugehört wird“.