Mehr als 80 Frauen und Männer versammelten sich am vergangenen Sonnabendmorgen bei der Grabower Wehr, um gemeinsam zu üben. Trotz kühlem Regenwetter und Ferienbeginn kamen die Kameraden aus den drei Städten Grabow, Ludwigslust und Neustadt-Glewe zusammen. Heiko Maas, Feuerwehrchef von Neustadt-Glewe, begrüßte die Teilnehmer zum ersten gemeinsamen Ausbildungstag seit Jahren.
Kooperation im Städtedreieck wiederbelebt
Die besondere Kooperation im Städtedreieck hatte es vor einigen Jahren schon einmal gegeben. Im Zuge der Zeit nach Corona war dieses lose Bündnis vernachlässigt worden. Jetzt wurde es mit diesem Ausbildungstag wieder zum Leben erweckt. Heiko Maas, derzeit Vorsitzender des Bündnisses, dankte den Grabower Feuerwehrleuten für ihre Gastfreundschaft und verwies auf die Effekte der Zusammenarbeit.
„Das Thema Ausbildung für Wehren im Städteverbund ist ganz wichtig. Wir zeigen immer wieder, dass es gerade wichtig ist, zusammenzustehen und zusammenzuarbeiten und dass auch einer Krisensituation jeder Handgriff sitzt“, sagte Maas. Stefan Pinnow, Ludwigsluster Bürgermeister, betonte, dass sich im Fall der Fälle jeder aufeinander verlassen können müsse. Er hoffe, dass diese gemeinsamen Ausbildungstage in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.
THW und LPBK mit dabei
Bereits zu Beginn wurden alle Teams per Zufallsprinzip über die Wehren hinweg gemischt. Mit von der Partie waren auch das Technische Hilfswerk aus Ludwigslust sowie ein Team des „Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern (LPBK M-V)“. Beide Organisationen verfügen über leistungsfähige Technik, die die Feuerwehr nicht hat.
Dazu gehören leistungsfähige Pumpen, die vor wenigen Wochen beim schweren Gewitter im Hagenower Bereich gute Dienste hätten leisten können. Diese Technik wurde damals jedoch nicht angefordert. Bei der Übung wurde die Handhabung der Pumpen mit dem dazugehörigen Stromaggregat im Grabower Hafen getestet.
Drei Stationen mit praktischen Übungen
Neben den Pumpen mussten sich die Feuerwehrleute aus dem Fenster des Schlauchturms abseilen. Zur Sicherheit stand hier die Drehleiter bereit. In einer dritten Station wurde geprobt, was passiert, wenn diese nicht vorhanden oder mit zu wenig Personal besetzt ist. Die Kameraden hantierten mit den großen tragbaren Leitern, die auf vielen Feuerlehrfahrzeugen zu finden sind. Diese Leitern wurden beispielsweise beim Brand im Ludwigsluster Krankenhaus eingesetzt.
Bei der Station technische Hilfeleistung war ein auf der Seite liegendes Auto gegen Umkippen zu sichern. Mit Haltevorrichtungen und Keilen wurde das Fahrzeug stabilisiert, bevor man sich der Rettung der Insassen widmen konnte. Eigensicherung geht vor.
Regelmäßige Ausbildungstage geplant
Ausbildungstage wie diesen soll es künftig zumindest einmal im Jahr geben. Zudem wollen sich die Führungskräfte der Wehren noch in diesem Jahr einmal über die Zusammenarbeit verständigen. Spätestens beim nächsten größeren Einsatz trifft man sich ohnehin wieder.