Rassegeflügelschau in Butzow: Familie Abel bereitet Enten und Gänse vor
Geflügelschau: Familie Abel poliert Enten und Gänse

In Auerose laufen die letzten Vorbereitungen für die Rassegeflügelschau in Butzow. Ole, Frieda und Mirko Abel haben ihre Enten und Gänse am Mittwoch gepflegt, das Federkleid gerichtet, die Füße gewaschen und die Schnäbel poliert. Am Donnerstag werden die Tiere dem Wertungsrichter vorgestellt.

Jungzüchter Ole und seine Warzenenten

Ole, mit elf Jahren bereits erfahrener Jungzüchter, hat in diesem Jahr rund 20 Tiere herausgebracht. Seine Leidenschaft gilt den wildfarbenen, braunen Warzenenten, die der ursprünglichen Moschusente am nächsten kommen. Mit der Brut ist er recht zufrieden, auch wenn der beste Erpel als Jungtier einen kaputten Flügel hatte und daher nicht für die Schau geeignet ist. Ole hätte die Schau lieber zwei bis drei Wochen später gesehen, damit seine Enten noch wachsen können. Die Naturbrut ist in diesem Jahr erst spät im Mai geschlüpft.

Frieda und ihre Pommerngänse

Oles sechsjährige Schwester Frieda zeigt weiße Pommerngänse. Die Abels betreiben in Mecklenburg-Vorpommern die einzige reinrassige Zucht dieser Tiere. Der Bruterfolg war allerdings mau: Nur drei Tiere sind es geworden. Zur Schau dürfen Abigail, Amalie und Onkel Waldo nicht fehlen. Der nächste Züchter weißer Pommerngänse lebt in Zittau, von dort soll ein neuer Ganter kommen.

Die meiste Arbeit mit den Tieren übernehmen aktuell Ole und Papa Mirko. Die Mutter hält sich aus der Geflügelzucht heraus und kümmert sich eher um die Küche, berichtet Frieda.

Tägliche Pflicht statt Freizeit

Für Ole gehört das Federvieh zum Alltag. Wenn er nach der Schule nach Hause kommt, versorgt er zuerst die Tiere, etwa eine halbe Stunde dauert das. Freitags wird gemeinsam der Stall gereinigt. Mirko Abel freut sich, seinen Kindern die Begeisterung für die Tiere mitzugeben, räumt aber ein, dass das Hobby Einschränkungen etwa beim Urlaub bedeutet. Im Dorf helfen Oma und Opa mit. Das Leben auf dem Land in Auerose kennt Mirko Abel von klein auf, deshalb hat er hier vor einigen Jahren sein Haus gebaut.

Sorgen um die Zukunft der Hobbyzucht

Mirko Abel sorgt sich um die Bestände und die Entwicklungen in der Agrarlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Betriebe werden immer größer, dabei sind wir kleinen Geflügelhalter darauf angewiesen, dass uns Bauern auch direkt Futtermittel verkaufen. Kommen Zwischenhändler dazu, wird es noch teurer und noch mehr Züchter geben auf“, so seine Befürchtung.

Bei der Ausstellung in Butzow sind 26 Züchter gemeldet. Sie präsentieren insgesamt 254 Tiere von Enten, Gänsen, Hühnern bis hin zu Tauben und in diesem Jahr sogar wieder Puten, berichtet Dr. Rainer Wölk, Chef vom Rassegeflügelzuchtverein Anklam. Besucher sind am Samstag, 24. Oktober, von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag, 25. Oktober, von 9 bis 12 Uhr im Gemeindesaal in Butzow willkommen.