Jahrgangsbester: Marc-Andre Bolte glänzt bei Gesellenfreisprechung in Grabow
Jahrgangsbester: Marc-Andre Bolte glänzt in Grabow

Im Grabower Schützenhaus hat die Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd 42 Gesellen freigesprochen. Besonders hervorstechen konnte dabei Marc-Andre Bolte: Der 34-jährige Tischler schloss seine Lehre mit 89 von 100 Punkten als Jahrgangsbester ab.

Eröffnungsrede mit Blick auf die Zukunft

Kreishandwerksmeister Reiko Ehbrecht eröffnete die Feierlichkeit mit den Worten: „Das Deutsche Handwerk wirbt mit einem selbstbewussten Satz: ‚Wir können alles, was kommt‘.“ Mit dieser Aussage wollte er den Junggesellen Mut und Zuversicht vermitteln. Zugleich betonte er, dass viele Handwerksbetriebe in der Region dringend Nachfolger suchen und wie wichtig es sei, die eigenen Fähigkeiten zu schätzen und Verantwortung für die Zukunft des Handwerks zu übernehmen.

Handwerk und Digitalisierung

Durch das Freisprechen werden aus den 42 Lehrlingen dringend benötigte Fachkräfte, die im Land fehlen. Auch das Handwerk müsse sich an die Anforderungen der Digitalisierung anpassen, erklärte Ehbrecht. Der Vorteil im Handwerk sei jedoch, dass Künstliche Intelligenz Prozesse theoretisch erklärt, praktisch aber niemals umsetzen kann. Dies habe auch der Nachwuchs erkannt. Im Ausbildungsjahr 2026 gab es eine Steigerung der unterzeichneten Ausbildungsverträge um zehn Prozent zum Vorjahr.

Innungskompetenz in Mecklenburg-Vorpommern

Marc-Andre Bolte, der gebürtig aus Bremen stammt, berichtete von seinem Werdegang: „Bei mir fing die Ausbildung eher holprig an, daher bin ich heute sehr dankbar dafür, dass mich die Innung so sehr unterstützt hat.“ In seinem ersten Betrieb in Brandenburg sei er ein halbes Jahr lang ausschließlich mit Aufräumen und Fegen beschäftigt gewesen. Beim Betriebswechsel habe er sich von der Tischlerinnung in Brandenburg nicht unterstützt gefühlt. In Mecklenburg-Vorpommern sei die Situation jedoch völlig anders gewesen: Alle seien sehr herzlich gewesen, und die Vermittlung zur „Tischlerei Neick“ in Pinnow habe reibungslos und schnell funktioniert.

Traumberuf im Traumbetrieb

Der gebürtige Bremer wohnt zwar mit seiner Frau in Brandenburg, bleibt aber, wie viele andere an diesem Abend, seinem Ausbildungsbetrieb treu. „Nach meinem Wechsel durfte ich direkt beim Bau eines Massivholzhauses mitarbeiten. So etwas ist super abwechslungsreich und mein Meister ist klasse“, schwärmt der frisch gebackene Geselle.