Juwelier „Lieblingsstücke“ in Pasewalk schließt nach 17,5 Jahren
Juwelier „Lieblingsstücke“ schließt nach 17,5 Jahren

Am 30. November ist der letzte Verkaufstag im Juweliergeschäft „Lieblingsstücke“ in der Pasewalker Ueckerstraße. Inhaberin Verena Redepenning führt den Laden seit 17,5 Jahren und schließt ihn nun. Der Räumungsverkauf läuft bereits, Gutscheine können noch bis Ende November eingelöst werden.

Reger Betrieb am Vormittag

Am Vormittag herrscht reger Betrieb in dem Geschäft. Eine Frau möchte ihre Kette reinigen lassen, eine andere Kundin sucht für ihre Enkelin einen Kettenanhänger. Ein älterer Herr wünscht den Batteriewechsel seiner Uhr, und ein Pärchen hat den Kauf eines Ringes für den Mann im Sinn – für eine geringe Summe.

„Naja, das ist eine Momentaufnahme. Es gibt auch andere Tage“, sagt die 43-jährige Geschäftsinhaberin. Manche Kunden hätten die bevorstehende Schließung bislang gar nicht mitbekommen, obwohl am Eingang ein Verweis auf den Räumungsverkauf hängt.

Übernahme im Jahr 2009

Verena Redepenning übernahm das Geschäft im Jahr 2009 vom Prenzlauer Horst Greese. Dieser hatte 1996 eine Niederlassung in Pasewalk eröffnet, bei der Redepenning zuvor angestellt war. Seit sechs Jahren wird sie im Geschäft von Monika Ferchof unterstützt.

Über die Gründe der Schließung möchte Redepenning kein großes Aufheben machen: „Ich möchte mich neu orientieren und etwas Neues machen“, sagt sie. Die Geschäftslage für Einzelhändler sei heute eine andere als früher. „Wenn eine Kette damals 50 Euro gekostet hat, sind es bei einem ähnlichen Modell heute bei 350 Euro. Beim Einkauf von Waren merkt man ja, dass die Sachen teuer werden“, erklärt die gelernte Einzelhandelskauffrau für Uhren und Schmuck. Sie habe stets versucht, Uhren oder Schmuck „für jeden Geldbeutel“ anzubieten und bei Reparaturen, Reinigungen oder Anfertigungen mit Uhrmachern und Goldschmieden zusammengearbeitet.

Positive Erinnerungen und offene Zukunft

„Es hat immer Spaß gemacht. Vor allem zu Weihnachten hatten wir immer gut zu tun. Und wir hatten auch viele Stammkunden, einige sogar aus Berlin“, blickt Redepenning zurück. Die Schließung habe nichts mit dem jüngsten versuchten, aber erfolglosen Einbruch zu tun. Während ihrer gut 17 Jahre als Inhaberin habe es drei Einbruchversuche und einen Überfall gegeben, davon habe sie sich nie abschrecken lassen. Was die Zukunft bringt, lässt sie offen: „Das weiß ich noch nicht, das ist offen.“

Schwierige Nachbesetzung

Nach Angaben von City-Managerin Claudia Große gibt es in Pasewalks Innenstadt keinen nennenswerten Leerstand an Geschäften. Wenn ein Einzelhändler wie in diesem Fall aufgibt, sei es allerdings schwer, das Geschäft wieder mit einem Einzelhändler zu besetzen. Oft würden andere Mieter, etwa Dienstleister wie Versicherungen, dort einziehen.