Karderei in Loosen: Britta Eizenhöfer spinnt Wolle zu Garn
Karderei in Loosen: Britta Eizenhöfer spinnt Wolle

Beim Landeserntedankfest in Grabow saß Britta Eizenhöfer von der Karderei in Loosen an ihrem Spinnrad und verarbeitete Wolle zu Garn. Während die Gäste über den Regionalmarkt schlenderten, zeigte sie ihr Handwerk. Handarbeit habe in ihrem Leben schon immer eine Rolle gespielt, erklärte sie.

Vom Wollfärbekurs zum eigenen Faden

Der Einstieg in die Wollverarbeitung begann vor drei Jahren mit einem Wollfärbekurs. Dort lernte sie eine Spinnerin kennen, die ihr das Spinnen beibringen wollte. Erst lehnte sie ab und dachte, das mache sie in Rente. Doch dann spann sie schon eine Woche später ihren ersten Faden.

Mit dem Spinnen allein gab sie sich nicht zufrieden. Mithilfe des Internets brachte sie sich die verschiedenen Schritte der Wollbearbeitung selbst bei. Von der Rohwolle bis zum fertigen Garn erledigt sie alle Schritte selbst, darunter das Kardieren.

Kardieren bringt textile Ordnung

Beim Kardieren wird die gewaschene Rohwolle mithilfe von 16 benadelten Walzen gekämmt. „Jemand sagte mir mal, dass die natürliche Unordnung durch das Kardieren in textile Ordnung gebracht wird. Das trifft es sehr gut“, erklärte Eizenhöfer. Dieser Arbeitsschritt gab ihrem Nebenerwerb den Namen: die Karderei.

Auf dem Regionalmarkt verkaufte sie Wollvlies, Garn, Socken – hauptsächlich aus Schaf- und Alpakawolle – sowie Filzartikel wie Anstecker und Zopfgummis einer Freundin. Doch beim Verkaufen blieb es nicht: Sie sprach auch Besucher an, die von Weitem schauten, und erklärte ihnen, was eine Karderei ist.

Kurse mit Warteliste

Ihr Wissen gibt Britta Eizenhöfer in Kursen weiter. Interessierte können in Loosen das Spinnen lernen oder einen Wollfärbekurs besuchen. Gefärbt wird nur mit Naturmaterialien wie Walnüssen, roten Zwiebeln oder Goldrute. Auch weiße Zwiebeln eignen sich und ergeben einen Karamell-Farbton.

Anmeldungen für Kurse sind telefonisch unter 0172 9813764 möglich. Aktuell gibt es eine Warteliste. „Jetzt im Herbst haben die Leute wieder mehr Zeit für Handarbeit, deswegen gehen die Kurse auch bald wieder los“, so Eizenhöfer.