Die Kleiderkammer am Treff in Pasewalk ist entgegen eines kursierenden Gerüchts nicht geschlossen. Das betont Hannelore Schiebe, Geschäftsführerin des Arbeitslosenverbandes Uecker-Randow. Die Einrichtung in der Kürassierstadt habe weiterhin an fünf Tagen in der Woche geöffnet, außer die Mitarbeiter seien im Urlaub oder erkrankt. Betreut werde sie von ehrenamtlichen Mitarbeitern, Ein-Euro-Jobbern und Beschäftigten über den Bundesfreiwilligendienst.
Annahmestopp, aber keine Schließung
„Es gibt aber einen Annahmestopp für Altkleider hier in Pasewalk. Das bedeutet aber nicht, dass die Kleiderkammer zu ist“, macht Hannelore Schiebe deutlich. Die Kammer selbst und auch das Lager für Bekleidung aller Art und Kleinteile seien übervoll. Man habe schon versucht, Sachen in anderen Treffs unterzubringen, doch auch dort hebe man die Hände. So gelte auch für Löcknitz und Torgelow ein Annahmestopp. An den anderen Standorten in Strasburg, Ueckermünde und Ferdinandshof werde die Kleidung vor der Annahme gesichtet. In Eggesin werde es nach dem Umzug des Treffs vom Karpiner Damm in die Lützower Straße keine Kleiderkammer mehr geben.
Gründe für den Annahmestopp
Der Annahmestopp sei der Tatsache geschuldet, dass es in der Region zahlreiche Altkleider-Container nicht mehr gibt, so die Geschäftsführerin. Daher werde vermehrt Bekleidung zu den Treffs des Arbeitslosenverbandes gebracht. „Gebrauchsfähige und nutzbare Altkleider kann man aber auch auf den Wertstoffhöfen abgeben. Verdreckte und kaputte Kleidung soll in den Restmüll. Wir können nicht alles auffangen“, erklärt Hannelore Schiebe.
Was man immer benötige, seien Bettwäsche und Handtücher. Winterjacken oder Pullover hingegen habe man ausreichend. „Wir nehmen zum Beispiel auch keine Anzüge von älteren Herren mehr an“, verdeutlicht sie. Die Kleidung solle aktuell sein, der Großteil der Kundschaft wünsche moderne und tragbare Bekleidung.
Sortimentswechsel und Kosten
In den Kleiderkammern des Verbandes läuft nach Angaben der Geschäftsführerin zurzeit ein Sortimentswechsel hin zu Winterbekleidung. Die Lager müssten erst einmal wieder leerer werden. Bevor die Sachen in die Regale kommen, würden die Kleidungsstücke sortiert, gewaschen und, wenn notwendig, auch gebügelt. Kleidercontainer habe der Arbeitslosenverband nicht, die Kleidung müsse persönlich abgegeben werden.
Die Angebote der Kleiderkammer wie auch der Möbelbörse seien nicht allein Bedürftigen vorbehalten, so Hannelore Schiebe. Hier könne jedermann ein Möbelstück oder Kleidung zum kleinen Preis erwerben. Anders sei das bei der Tafel.
Finanzielle Belastungen
„Auch wir als Arbeitslosenverein müssen die Kosten an den einzelnen Standorten im Blick haben. Hohe Sprit- und Energiepreise betreffen uns ebenso wie ein Anstieg des Mindestlohnes. Als sozialer Verein können wir nicht alles an jedem Treff in der Region vorhalten“, meint Hannelore Schiebe. Wenn wegen hoher Kosten und fehlender Einnahmen ein Treff wie in Penkun geschlossen werden müsse, sei dies gleichermaßen schmerzlich für die Mitarbeiter sowie die Kunden und Besucher.