Wenn Geschäftsführer Daniel Finn bei einer Veranstaltung acht Stunden auf dem Bierwagen Getränke ausschenkt, zeigt das, wie der Kultur- und Sportring Malchow (KSR) arbeitet: Vom Reinigungspersonal bis zur Geschäftsführung packen alle mit an.
Seit Finns Amtsantritt 2019 ist die Zahl der betreuten Einrichtungen von sechs auf elf gewachsen, darunter vier Museen, die Tourist-Information und die Eishalle. Der gemeinnützige Verein übernimmt kulturelle Aufgaben der Stadt und organisiert rund 32 Veranstaltungen im Jahr. Er beschäftigt 35 Mitarbeiter, in Spitzenzeiten bis zu 45, und bildet in kaufmännischen und touristischen Berufen aus.
Finanzierung und stabile Preise
Ein Drittel seiner Finanzierung erhält der KSR über einen Dienstleistungsvertrag mit der Stadt, zwei Drittel erwirtschaftet er selbst. Steigende Kosten etwa für Löhne und Kraftstoff seien eine Herausforderung, sagt Finn. Auch Besucher müssten genauer rechnen. Der Geschäftsführer verweist auf die Bedürfnispyramide: Werde das Geld knapp, trete Kultur hinter grundlegende Bedürfnisse zurück. Dennoch hätten Eintritts- und Verpflegungspreise bei den meisten Veranstaltungen gegenüber 2025 stabil gehalten werden können.
Erfolgreiches Inselschwimmen
Besonders zufrieden blicken Finn und seine Kollegin Katja Hiller auf das 26. Inselschwimmen mit 151 Teilnehmern. Die 2025 veränderte Streckenführung habe sich bewährt, finden beide. Über zwei Kilometer sei die Strecke vom Erddamm aus gut einsehbar, zugleich sei mehr Platz für Zuschauer und Siegerehrungen entstanden.
Die Teilnehmergebühr sei dieses Jahr erhöht worden. Dadurch habe sich die Veranstaltung erstmals finanziell selbst getragen. Ein Kostenfaktor sei die externe Zeitmessung, andererseits würden jedoch ehrenamtliche Helfer für Entlastung sorgen. Acht Feuerwehren aus Mecklenburg-Vorpommern verbinden eine Großübung mit der Absicherung des Wettbewerbs, beim Setzen der Bojen hilft ein Segelverein. „Man muss auch mal mutig sein und Innovationen anschieben“, sagt Finn. Für konstruktive Kritik sei der Verein immer offen.
Wetter und Besucherzahlen
Beim Wikingerfest, der größten Veranstaltung des Vereins, habe die Hitze am Sonnabend zahlreiche Besucher abgehalten. Dennoch sei ein Überschuss erzielt worden. Insgesamt beobachte der KSR in seinen Einrichtungen rückläufige Besucherzahlen. Diese Entwicklung fließe in die Planung ein, erklären Finn und Hiller.
Geschätzt werde besonders die persönliche Beratung in der Tourist-Information: Urlauber ließen sich dort gern informieren und bei ihrem Aufenthalt leiten. Das DDR-Alltagsmuseum zähle in der Hauptsaison an Spitzentagen bis zu 600 Gäste. Die meisten Besucher aller KSR-Einrichtungen kämen aus Mecklenburg-Vorpommern, berichtet Finn, gefolgt von Sachsen und Nordrhein-Westfalen.
Ausblick bis Jahresende
Das Veranstaltungsjahr ist für den Kultur- und Sportring Malchow noch lange nicht abgeschlossen. Bis zum Jahresende stehen unter anderem ein Halloweenfest in der Eishalle, die wieder anlaufenden monatlichen Bingo-Nachmittage, Kinovorführungen und historische Schulstunden auf dem Programm. Hinzu kommen Veranstaltungen unter dem Motto „Malchow liest“ im November und der Adventsmarkt im Dezember.
Auch für das kommende Jahr setzen Finn und Hiller weiterhin auf die gute Zusammenarbeit innerhalb des Vereins und mit den zahlreichen Unterstützern. Denn viele Mitarbeiter übernehmen neben ihren eigentlichen Aufgaben in den Einrichtungen auch die Organisation und Betreuung der Veranstaltungen. Diese Gemeinschaftsleistung sei angesichts steigender Kosten und veränderter Besucherzahlen auch weiterhin ein wichtiger Aspekt, die dem Verein helfe, bekräftigen beide.