Polit-Influencer Marcant in Teterow: Behörden prüfen Drohnenflug
Marcant in Teterow: Behörden prüfen Drohnenflug (28.09.2026)

Kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern hat der Polit-Influencer Marcant auf dem Marktplatz in Teterow für Aufsehen gesorgt. Er baute einen Tisch mit zwei Mikrofonen vor dem Rathaus auf, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Ein Plakat mit der Aufschrift „Ich wähle nicht die AfD“ und „Lass uns reden“ flankierte die Aktion. Nach Angaben der Stadt war die Veranstaltung ordnungsgemäß angemeldet worden. „Eine Veranstaltungsanzeige erfolgte am 10. September“, sagte Marcus Ode, Fachbereichsleiter Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.

Angemeldet und gebührenfrei

Weil der politische Charakter der Veranstaltung deutlich wurde, verzichtete die Stadt auf die Erhebung einer Sondernutzungsgebühr. Mehrere Dutzend Jugendliche und andere Bürger versammelten sich auf dem Marktplatz, viele kannten den Influencer aus dem Internet. Einige sprachen vor der Kamera mit ihm. Marcant, der im linken Lager verortet wird, ist auch auf vielen Demonstrationen unterwegs und sucht dort das direkte Gespräch mit Teilnehmern.

Drohne beschäftigt Behörden

Nun beschäftigt ein anderer Umstand die Behörden: Offenbar setzte das Team um Marcant eine Drohne für Videoaufnahmen über der Stadt ein. „Die Aufnahmen haben wir gesehen und den Sachverhalt zuständigkeitshalber an die Luftfahrtbehörde zur Prüfung weitergeleitet“, erklärte Ordnungsamtsleiter Ode. Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern ist zugleich Luftfahrtbehörde. „Hinsichtlich der Verfolgung einer möglichen Ordnungswidrigkeit ist die Behörde zuständig“, so Ode.

AfD lädt zum Stammtisch

Unterdessen wirbt die AfD um einen erneuten Besuch von Marcant in der Stadt. Die Stadtfraktion hat ihm eine Einladung zum Stammtisch geschickt, teilte Fraktions-Chef Mathias Schmitus mit. Eine Antwort sei noch nicht eingegangen. Die Einladung solle einen persönlichen Austausch mit einem oder mehreren AfD-Abgeordneten aus Landtag oder Bundestag ermöglichen. „Es soll also nicht darum gehen, den jeweils anderen von eigenen Positionen zu überzeugen. Aus unserer Sicht ist es bereits ein Erfolg, wenn man miteinander ins Gespräch kommt, respektvoll Argumente austauscht und mögliche Gemeinsamkeiten auslotet“, erklärte Schmitus.