Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Pastorin Jette Altschwager von der Kirchengemeinde Gielow-Rittermannshagen in einem Beitrag für die Reihe „Wort zum Sonntag“ dazu aufgerufen, Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt in den Mittelpunkt zu stellen. In ihrer Gemeinde wurden dazu Banner mit diesen drei Leitworten aufgestellt.
Wahlplakate und die Frage nach der Welt, in der wir leben möchten
Vor der Wahl warben die Parteien mit kurzen Slogans auf Plakaten an fast jeder Straßenlaterne. Die SPD setzte auf „Frau gegen Blau“, die CDU titelte „Nur die Mitte ist sicher.“ Das BSW warb mit „Ohne Frieden ist alles nichts.“, die AfD proklamierte „Unser Land ist kein Windpark.“ Bündnis 90/Die Grünen nutzten das Frage-Antwort-Format „Klima? Schützen!“ und die Linke warb mit „Streberin? 1.000 neue Lehrer waren erst der Anfang.“
Nun hat Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Von den neunzehn Parteien auf dem Wahlzettel haben es nur vier in den Landtag geschafft. Sie stehen nun in der Verantwortung, gute Politik für alle Menschen im Land zu machen. Eine wichtige Frage steht dabei am Anfang: Wie sieht die Welt aus, in der wir leben möchten? Und was muss getan werden, um dorthin zu kommen?
Die drei Leitworte der Kirchengemeinde
In der Welt, in der wir leben möchten, ist die Würde jedes Menschen unantastbar. Wo das ernst genommen wird, bleiben Menschen einander zugewandt und respektvoll, auch wenn die Meinungen weit auseinandergehen.
In der Welt, in der wir leben möchten, begegnen Menschen einander mit Wohlwollen. Denn wo Liebe das Maß aller Dinge ist, werden Menschen wegen ihres Geschlechtes, ihrer Abstammung, ihrer Sprache, ihrer Heimat und Herkunft, ihrer Gesundheit, ihres Glaubens, ihrer religiösen oder politischen Anschauungen oder ihrer sexuellen Orientierung nicht benachteiligt. Wo Nächstenliebe gelebt wird, leben Menschen angstfrei miteinander. Sie können Meinungen frei äußern, und Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
Zusammenhalt als Schutz vor Spaltung
In der Welt, in der wir leben möchten, halten Menschen zusammen. Denn Menschen brauchen einander als Gefährten und Gegenüber, als Unterstützung und Korrektiv. Ohne Zusammenhalt werden Verbindungen aufgelöst und eine Gemeinschaft wird in ihrer Stärke und Vielfalt brüchig. Die Fähigkeit, gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen, wird geschwächt und eine Gesellschaft damit anfällig für Extremismus und Spaltung.
Darum: Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt! Pastorin Jette Altschwager fragt abschließend: Ist das auch die Welt, in der Sie leben möchten?