Auf dem Demminer Friedhof wurde das Grabfeld der Sternenkinder neu gestaltet. Drei schwere Mosaiksterne aus Beton setzen ein stilles Zeichen und sollen Familien, die ihr Baby verloren haben, einen Ort der Erinnerung bieten.
Neugestaltung des Grabfeldes
Bisher wirkte das Grabfeld eher trostlos. Neben einer Buchsbaumhecke und der Statue der trauernden Mutter gab es kaum etwas, das an die dort beerdigten Kinder erinnerte. Das hat sich nun geändert. Die Evangelische Kirchengemeinde erhielt beim Wettbewerb „machen!2026“ 5.000 Euro aus einem Sonderpreis. Zusätzlich wurden rund 3.000 Euro durch Spendengelder aus der Gemeinde eingeworben.
Mit diesem Geld konnte ein Grabfeld für sogenannte Sternenkinder entstehen, gestaltet von sieben Schülern der evangelischen Schule Demmin gemeinsam mit der Mosaikkünstlerin Jana Wolf. Die Jugendlichen setzten drei bunte Mosaiksterne zu einem Bild des Trostes zusammen und setzten sich dabei gleichzeitig mit Tod und Verlust auseinander, erklärt Uta Voll. Trauernde Familien sollen dort künftig einen Ort zum Innehalten finden.
Hintergrund: Beisetzung von Sternenkindern
Pastorin Uta Voll erklärt, dass die Kinder, die auf dem Grabfeld beerdigt werden, weniger als ein Kilogramm wiegen. „Zum Glück haben wir hier nur ungefähr eine Beisetzung pro Jahr. Denn die meisten Babys kommen gesund und lebend zur Welt“, so die Pastorin.
Erst seit Mai 2013 können auch tot geborene Kinder unter 500 Gramm auf Wunsch der Eltern beim Standesamt registriert und beerdigt werden. In der Regel organisiert die Klinik die Bestattung von Fehlgeburten. Die Babys aus Demmin kommen nach Greifswald, sofern sich die Eltern nicht selbst um eine Beisetzung kümmern. Dort werden sie in einer speziellen Gemeinschaftsgrabanlage für Sternenkinder anonym beigesetzt.
Ein Ort der Begegnung
In Demmin ist die Beisetzung auf dem Grabfeld der Sternenkinder möglich und der Ort lädt nun auch zum Verweilen ein. „Ein Friedhof ist nicht nur zum Trauern da. Er ist auch ein Ort der Begegnung, gerade im ländlichen Raum“, sagt Uta Voll.
Die Mosaiksterne sind sehr schwer und komplett aus Beton, erzählt Jana Wolf. Damit wollte sie sichergehen, dass die Sterne viele Jahre halten. „Ich habe sie frei geformt, wie eine Skulptur und so, dass sie aussehen, als wären sie von Kinderhand geformt“, sagt die Künstlerin. Zunächst wollte sie die Sterne in Weiß gestalten, doch die leuchtenden Farben sollen die Kindlichkeit darstellen.
Die robusten Sterne sind keine Skulpturen, die man nicht berühren darf, erklärt die Künstlerin. Sie sind dazu da, Kerzen darauf abzustellen oder für Geschwisterchen. Kinder können darauf sitzen oder klettern und in den Mosaiken jede Menge entdecken. Neben einfarbigen gelben, orangen und türkisfarbenen Steinen gibt es zahlreiche Steine mit Glitzer, Mustern und Blumen.
Wettbewerb „machen!2026“
Mehr als 1.000 gemeinnützige Initiativen aus ländlichen Regionen Ostdeutschlands haben sich am Wettbewerb „machen!2026“ beteiligt. Insgesamt erhalten 107 Projekte Preisgelder zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Weitere 100 Initiativen wurden bereits zuvor mit Anerkennungspreisen von jeweils 2.500 Euro bedacht. Insgesamt werden mehr als 830.000 Euro vergeben.
„machen! bedeutet etwas bewegen, etwas verändern“, sagte Staatsministerin Elisabeth Kaiser. Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) hat sie am Freitag die Preisträger des Wettbewerbs „machen!2026“ in Berlin ausgezeichnet.