Der Verein VSR-Gewässerschutz aus Geldern (Nordrhein-Westfalen) hat bei einer Aktion in Neustrelitz alarmierende Nitratwerte im Grundwasser gemessen. In fünf von 56 untersuchten Proben aus privaten Gartenbrunnen wurde der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten.
Hohe Belastung in mehreren Orten
Besonders kritisch sind die Werte in Userin mit 218 Milligramm pro Liter, in Qualzow bei Mirow mit 108 Milligramm pro Liter und in Schwarz mit 87 Milligramm pro Liter. Auch in Neustrelitz selbst (56 mg/l) und in Wokuhl-Dabelow (55 mg/l) wurde der Grenzwert deutlich überschritten.
Die Proben wurden von 56 Bürgern aus Neustrelitz und Umgebung im Labormobil des Vereins abgegeben. Die Experten erstellten Gutachten zur Nutzungsmöglichkeit des jeweiligen Brunnenwassers. „Damit möchten wir dazu beitragen, dass im Garten das oberflächennahe Grundwasser genutzt wird und die Trinkwasservorräte geschont werden“, erklärt Harald Gülzow, der das Projekt koordiniert.
Kritik an Düngeregelungen
Der Verein wertete die Nitratergebnisse aus, um die Entwicklung der Belastung zu beobachten. „Die bisherigen Messwerte zeigen, dass die ständigen Änderungen bei den Düngeregelungen auf den Feldern nicht dazu beigetragen haben, die Nitratbelastung zu reduzieren“, sagt Gülzow.
Es fehle Planungssicherheit für die Landwirte, die jedoch dringend notwendig sei, damit landwirtschaftliche Betriebe durch eine Kombination von Maßnahmen die Nitratkonzentration im Grundwasser verringern könnten.
Rote Gebiete und Forderungen
Die 1991 verabschiedete EU-Nitratrichtlinie legt fest, dass die Nitratbelastung von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser nicht überschritten werden darf. Von 2022 bis 2025 galten in vielen landwirtschaftlichen Flächen mit hoher Nitratbelastung strengere Düngeauflagen – diese Gebiete wurden als Rote Gebiete eingestuft. Diese Auflagen seien aktuell ausgesetzt, so Gülzow.
Der VSR-Gewässerschutz befürchtet, dass sich die Nitratbelastung in den nächsten Jahren nicht verringern wird, weil keine zusätzlichen Maßnahmen mehr erfolgen. Der Verein fordert eine schnelle Nachbesserung, damit in den besonders belasteten Bereichen eine Reduzierung erreicht wird.