Plau am See von oben: Wasser, Geschichte und Weite
Plau am See von oben: Wasser, Geschichte und Weite (12.10.2026)

Wenn der Tag in Plau am See erwacht, liegt über dem Wasser noch feiner Nebel, als wolle der See seine Geheimnisse für sich behalten. Doch bald schon glitzern Sonnenstrahlen auf den sanften Wellen, Möwen ziehen ihre Kreise über den Booten im Hafen, und das Städtchen am Westufer erwacht zu neuem Leben. Plau am See, das klingt nach Ferien und Freiheit, nach Zeit zum Durchatmen. Doch der Ort bietet weit mehr als nur die Kulisse für erholsame Tage.

Altstadt mit Fachwerkhäusern und Cafés

Die Altstadt von Plau am See erzählt Geschichten. Kopfsteinpflaster schlängelt sich zwischen Fachwerkhäusern hindurch, die mit ihren bunten Fassaden ein wenig an vergangene Jahrhunderte erinnern. Kleine Cafés laden zum Verweilen bei einem Getränk und einem Stück Torte ein. Über allem thront die imposante Burg, die zur Heimat für das Plauer Burgmuseum, die Touristinformation, das Haus des Gastes und die Plauer Burgfestspiele geworden ist.

Ihre roten Backsteinmauern erzählen von Rittern und Raubzügen, von Zeiten, in denen Plau noch „Plawe“ hieß und als Grenzfeste zwischen Mecklenburg und Brandenburg diente. Heute können Besucher den Burgturm erklimmen und den weiten Blick über die Stadt und den See genießen – ein Panorama, das sich in der Erinnerung manifestiert.

Hafen und Wasserwege entdecken

Wer sich durch die Altstadt Richtung Wasser treiben lässt, landet am Hafen mit Leuchtturm und Hubbrücke. Hier schaukeln Segelboote neben Kanus, und die alten Speicher erinnern an die Zeit, als Plau vom Handel und der Fischerei lebte. Heute ist es ein Ort der Begegnung. Wer bei einem der Fahrgastschiffe an Bord geht, erfährt auf den Fahrten nach Malchow und Waren an der Müritz viel über die Region und die Gewässer.

Wie nah Burg, Innenstadt, Hubbrücke und Hafen beisammen liegen, wird auf den Luftaufnahmen schnell deutlich. Die Stadt wirkt größer, als so mancher annehmen mag. Besonders nach Norden wächst die Stadt derzeit durch den Neubau des Supermarktes nahe der B103.

Natur und Erholung am Plauer See

Doch Plau am See ist mehr als ein romantischer Rückzugsort. Der große See, nach dem die Stadt benannt ist, lockt Wassersportler und Naturfreunde gleichermaßen. Angler fangen hier zahlreich Barsche, Hechte und Co., Radfahrer umrunden auf schattigen Wegen das Ufer, Paddler gleiten geräuschlos an Seerosen vorbei. Wer Glück hat, entdeckt einen Rotmilan in den Baumkronen oder hört das leise Platschen, wenn ein Fisch an die Oberfläche schnappt.

Seit 1998 ist die Stadt am See mit ihren acht Ortsteilen anerkannter Luftkurort. Rund 6000 Menschen leben hier, im Sommer kommen zahlreiche Touristen hinzu. Das ganze Jahr über locken regelmäßig Veranstaltungen in die Stadt. So finden im Sommer die Burgfestspiele mit wechselndem Programm statt, aber auch die Badewannenrallye, im Herbst der Plauer Regionalmarkt oder das traditionelle Osterfackelschwimmen im Frühjahr markieren beliebte Höhepunkte in der Stadt.

Ehrenbürger und Auszeichnungen

Zudem hat die Stadt mehreren Menschen die Ehrenbürgerwürde verliehen: Dr. Ernst Alban, Gründer und Leiter der Maschinenbaufabrik in Plau, Wilhelm Wilde, Arzt, Initiator und erster Leiter des Stadtkrankenhauses Plau und Carl Ehrich, Kantor in Plau, Initiator des Schulneubaus 1860 gehörten zu den ersten. Es folgten Gustav Bardey, Leiter der Wasserheilanstalt Bad Stuer am Plauer See, Christian Eichbaum, Kämmerer und Senator in Plau, Heinrich Haukohl, Großkaufmann, Gründer der Haukohl-Stiftung (Kindergarten), Wilhelm Wandschneider – der Bildhauer erhielt sie 1926.

Fast hundert Jahre ernannte die Stadt keine neuen Ehrenbürger. Erst 2025 erhielt sie Rüdiger Hoppenhöft, von 1993 bis 2014 Stadtvertreter (CDU), Gründer des kulturellen „Plauer Stammtischs“ und Dieter Ehrke. Der 90-Jährige ist Mitbegründer (2000) und Leiter des Burgmuseums Plau und erhielt zudem 2024 die Sonderauszeichnung des Landkreises Ludwigslust-Parchim, den LUP-Award.