Die Ortsgruppe Oberes Peenetal des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) plant, eine der größten Fotovoltaik-Flächen der Region zwischen Lindenhof und Lindenfelde südlich von Demmin aufzuwerten. Ziel ist, die Flächen so zu pflegen, dass neben der Stromerzeugung Lebensräume für Insekten, Bodenbrüter und seltene Arten entstehen. So könnte das Rebhuhn demnächst Bewohnerin des ungewöhnlichen Zuhauses zwischen den schwarzen Platten sein.
Nur noch rund 200 Brutpaare in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des BUND nur noch rund 200 Brutpaare des Rebhuhns. Die Untere Naturschutzbehörde Mecklenburgische Seenplatte begrüße das Vorhaben. Der Naturpark Flusslandschaft Peenetal sowie Fachleute für Rebhühner sollen eingebunden werden.
Die Anlage verfüge über zwei Kompensationsflächen und mehrere Hektar Freifläche unter einer Hochspannungsleitung. Nach Einschätzung des BUND eignen sich gerade diese Bereiche, um Strukturvielfalt zu schaffen. Fotovoltaik liefere Energie, verändere aber offene Agrarlandschaften. Mit einer angepassten Pflege sollen negative Effekte für Rebhühner und andere Arten reduziert werden.
Staffelmahd und Schutzzäune geplant
Ein Schwerpunkt sei dabei die Staffelmahd. Diese zeitlich versetzte Mahd schaffe Blütenreichtum und unterschiedliche Vegetationshöhen. Mosaikartige Pflegebereiche blieben länger störungsarm, böten Deckung und hielten Feuchtigkeit. Das begünstige das Leben für die Rebhühner sowie für weitere Vogelarten und Amphibien und erleichtere zugleich das Flächenmanagement.
Nach Beobachtungen der BUND-Gruppe misslingt die Brut im Inneren von PV-Anlagen häufig, weil Fressfeinde wie Fuchs, Dachs, Marder, Marderhund und Waschbär die Außenzäune überwinden. Vorgesehen sind daher prädatorensichere Innenzäune mit Untergrabungsschutz sowie Mahd-Ruhe während der Brutzeit.
Maßnahmenpaket und langfristige Perspektive
Zum Maßnahmenpaket zählen breite Altgrasstreifen am Zaun, strukturreiche Säume mit Stauden und Totholz sowie eine mosaikartige, seltene Mahd. Kleinstrukturen wie Steinhaufen, Blühstreifen und höhere Vegetationsinseln sollen die Lebensraumeignung erhöhen. Auch Kiebitz und Brachvogel könnten dort leben.
Geplant sind außerdem Insektenrefugien mit Blühstreifen und Korridoren. Langfristig sieht das Konzept Auswilderungsprogramme für Rebhühner sowie größere Aufwertungen wie Heckeninseln, Staubbäder und ein zehnjähriges Monitoring vor.