Trotz Dürre: Mehr Jungstörche in Mecklenburg-Strelitz flügge
Trotz Dürre: Mehr Jungstörche in Mecklenburg-Strelitz

Die Storchenbetreuerin Gunda Niemann vom Naturschutzbund (Nabu) Mecklenburg-Strelitz spricht von einem „guten Storchenjahr“. Trotz langer Trockenheit und schwierigem Nahrungsangebot wurden in diesem Sommer mehr Jungvögel flügge als im Vorjahr.

Mehr Brutpaare und Dreier-Nester

2025 zogen 22 Brutpaare insgesamt 46 Jungvögel auf. In diesem Jahr waren es mindestens 25 Brutpaare, die 53 Jungvögel bis zu ihren ersten Flugversuchen brachten. In mehreren Orten gelang es den Elternvögeln, gleich drei Junge aufzuziehen – etwa in Groß Schönfeld, Fürstenhagen und Wesenberg.

Besonders über den Bruterfolg in Wesenberg und Fürstenhagen freut sich Gunda Niemann. In Wesenberg hatte es seit Jahren kein Brutpaar und keine Jungstörche mehr gegeben. In Fürstenhagen bei Feldberg warf im Vorjahr ein Rivale die Jungen aus dem Nest – in diesem Sommer verlief die Aufzucht reibungslos.

Comeback in Torwitz, Pleite in Babke

Auch in Torwitz bei Neustrelitz freut sich die Storchenbeauftragte über zwei flügge Jungtiere. Dort hatten zuvor ebenfalls keine Störche mehr gebrütet. In Babke dagegen blieb der Bruterfolg aus. Die Storchenstube war erst Anfang des Jahres mit Hilfe der Feuerwehr auf Vordermann gebracht worden, da sich das Nest stark verdichtet hatte.

„Tatsächlich wurde rund zehn Tage lang ein Storch im Frühjahr im Nest gesehen, ein Partner zeigte sich aber nicht“, berichtet Gunda Niemann. Sie hofft nun auf die kommende Brutsaison.

Kurioser Fall in Blankensee und stabile Bestände

In Blankensee wurden in diesem Jahr zwei verschiedene Paare im Nest beobachtet – ohne Revierkämpfe, was unüblich ist. Gebrütet hat am Ende keines der Paare. „Nistmöglichkeiten für Störche gibt es genug in der Region. Der begrenzende Faktor ist in der Regel das Nahrungsangebot“, erklärt Gunda Niemann.

Die Tradition der Storchentreffen, bei denen die Horstbetreuer zusammenkommen, wurde fortgesetzt – diesmal in Groß Schönfeld. „Da wird über Störche, aber auch über vieles mehr geplauscht“, sagt Niemann. Sie ist dankbar für die Zuarbeit der Horstbetreuer.

Der Bestand der Weißstörche hat sich in den Vorjahren deutlich verbessert. Der Nabu geht von mehr als 15.000 Brutpaaren in Deutschland im Jahr 2026 aus. 1988 waren es nur 2949, 2019 laut Nabu bereits 7532 Brutpaare.