Ende Oktober wird im Gutshaus Scharpzow der „Saal für Kunst und Kultur“ feierlich eröffnet. Damit ist eine Etappe geschafft: Seit sieben Jahren sanieren Nina und Albrecht Hollensteiner das denkmalgeschützte Gebäude nach historischem Vorbild. Doch die TV-Stars der Serie „Mit Mut, Mörtel und ohne Millionen“ haben bereits das nächste Projekt im Ensemble im Blick: Sie wollen das historische Federviehhaus zu einem Gästehaus umbauen.
Federviehhaus: Seltenes Beispiel historischer Gutsarchitektur
Wie Albrecht Hollensteiner sagte, seien bereits einige Sicherungsmaßnahmen vorgenommen worden. Seine eGbR (eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts) stellte die Ideen der Leader-Aktionsgruppe „Demminer Land“ vor, in der Hoffnung, Fördermittel für die Sanierung zu erhalten. Mit Glamping im Park – Luxuscampen – haben sich die Gutsherren bereits einen Namen gemacht. Weil das sehr gut angenommen werde, sei ihnen der Gedanke mit dem Gästehaus gekommen – als touristisches Angebot.
Denn das Federviehhaus sei etwas Besonderes, so Hollensteiner. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es verbunden mit Gutshäusern nur noch drei dieser Art. Es habe eine Pavillon-Architektur und diente als Behausung für Gänse und Enten. Etwa 1895/96 wurde der Stall gebaut und sei ein seltenes erhaltenes Beispiel historischer Gutsarchitektur in MV. Über den Verein „Schlösser und Gärten“ konnte schon das Dach gemacht werden.
Leuchtturmprojekt für die Region
Nun soll auch die Fassade wiederhergestellt werden, wie sie einst war. Verwendet werden auch hier traditionelle ökologische Baustoffe. Im Innern sollen zwei Zimmer, Wohnküche und Bäder entstehen. Nach hinten raus habe man einen Panoramablick auf den Park. „Das ist ein Leuchtturmprojekt für die Region“, erklärte Hollensteiner. Durch die mediale Aufmerksamkeit des Glampings sei Scharpzow weithin bekannt, betonte der Hausherr. Im Gutshaus sei bereits eine Gäste-Suite verfügbar. So gebe es auch Nachfrage für das Feriendomizil im Federviehhaus.
Kulturelles Angebot und weitere Projekte
Mit dem „Saal für Kunst und Kultur“ im Gutshaus gibt es auch ein kulturelles Angebot. Am Donnerstag, 29. Oktober, soll der neue Veranstaltungsort um 18 Uhr eröffnet werden – mit Filmvorführung, Ausstellung, Konzert und Workshops. Besucher können auch etwas über die Geschichte der Papiertapete erfahren. Denn einige Räume im Saal sind mit originalgetreuen Nachbildungen von Tapeten aus der Bauzeit restauriert worden. Ein Teil des Original-Stucks – ebenfalls aus Papier gehärtet in der Papiermachee-Technik – war hier in Form alter Handwerkskunst erhalten und gesichert worden.
Scharpzow war seit jeher Treff von Künstlern und Literaten. Fritz Reuter war hier gern gesehener Gast, auch der Dichter Hoffmann von Fallersleben. Außerdem betreiben Nina und Albrecht Hollensteiner ein weiteres großes Projekt: Gut Neuensund in Vorpommern, wo sie die heimische Pferderasse Alte Mecklenburger Linie züchten.