Im 3-Königinnen-Palais in Mirow ist derzeit die Ausstellung „Schatten auf dem Mond“ zu sehen. Gezeigt werden rund 100 Werke des ukrainischen Künstlers Konstantin Kalynovych. Organisiert hat die Schau der russische Kurator und Sammler Roman Demidov. Zwischen den beiden Männern besteht eine besondere Freundschaft, obwohl ihre Heimatländer seit vier Jahren Krieg führen.
Erstes persönliches Treffen in Mirow
Die beiden Männer haben sich in Mirow zum ersten Mal persönlich getroffen. Kennengelernt haben sie sich vor 15 Jahren über das Internet. Demidov war damals auf die Arbeiten von Kalynovych gestoßen und schrieb ihm. Seitdem kauft er Stück für Stück seine Werke. Die Kunst von Kalynovych habe ein sehr hohes Niveau, betont Demidov. Im Laufe der Jahre sei eine Freundschaft entstanden.
„Es ist atemberaubend. Ich danke Roman vielmals für die Organisation und für die wundervollen Rahmen. Es sieht wunderbar aus“, freut sich Kalynovych. Demidov wiederum sagt: „Ich war sehr überrascht und fasziniert und habe Konstantin geschrieben. Seit 15 Jahren kaufe ich Stück für Stück seine Werke.“
Kunst mit Lupe betrachten
Die Grafiken von Kalynovych sind oft kaum größer als ein DIN-A4- oder DIN-A5-Blatt. Für den Großteil der Werke benötigt der Betrachter eine Lupe. Seine Inspiration holt sich der Künstler in erster Linie aus der Natur. „Ich mag Vögel, Hunde und verschiedene Musik, das hängt von meiner Stimmung ab. Beim Fahren eventuell AC/DC oder auch klassische Musik wie bei der Eröffnung der Vernissage. Das mag ich.“
Kalynovych wurde im heutigen Russland geboren und zog als Kind in die heutige Ukraine. Er studierte in St. Petersburg und Lwiw. Der 67-Jährige lebt derzeit in Kiew und arbeitet dort in einem Studio mit Druckpresse und speziellem Papier. „Ich habe all die Ausstattung, die ich brauche“, sagt er. „Die vergangenen vier Jahre ist es schwerer, wegen des Krieges, aber ich versuche zu arbeiten.“
Krieg verändert Leben des Kurators
Roman Demidov verließ mit seiner Familie 2022 Russland aus politischen Gründen. Zunächst zogen sie nach Thailand, wo ihre Tochter wohnt. „Es war schwierig, für Deutschland ein Visum zu bekommen. Erst seit einem Jahr habe ich es.“ Mittlerweile lebt die Familie in Deutschland.
Die Freundschaft zwischen Demidov und Kalynovych ist trotz des Krieges geblieben. Die Ausstellung „Schatten auf dem Mond“ ist noch bis zum 31. Oktober 2026 im 3-Königinnen-Palais in Mirow zu sehen.