Warin verbindet Menschen gewinnt Ökumenischen Förderpreis
Warin verbindet Menschen gewinnt Ökumenischen Förderpreis

Das Projekt „Warin verbindet Menschen“ der Kirchengemeinde Warin-Bibow-Jesendorf hat den ersten Platz des Ökumenischen Förderpreises „Eine Welt MV“ gewonnen. Verliehen wurde der Preis im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin. Die Kirchengemeinde Warin konnte als Siegerin 2500 Euro mit nach Hause nehmen.

Preisverleihung in Schwerin

Den Preis vergaben der Evangelische Kirchenkreis Mecklenburg, der Evangelische Kirchenkreis Pommern, das Erzbistum Berlin (katholisch), das Erzbistum Hamburg (katholisch) und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Landesnetzwerk MV.

Jule Wolski nahm als Initiatorin des Projekts „Warin verbindet Menschen – gemeinsam statt nebeneinander“ den Preis entgegen. „Als wir ganz zum Schluss aufgerufen wurden, habe ich mich so bestätigt und bereichert gefühlt für all die Menschen, die in der kleinen Stadt Warin ehrenamtlich etwas bewirken. Es war ein Gänsehautmoment“, sagte sie.

Engagement in Warin

Wolski lebt seit zwei Jahren in Warin. In ihrer zukünftigen neuen Heimat fand sie im Haus der Zukunft ein offenes Ohr für ihre ehrenamtlichen Ambitionen. Daraus ergab sich bald ihre ehrenamtliche Arbeit in der Kirchengemeinde. Die 54-Jährige ist Christin und lebt ihren Glauben bewusst. In der Wariner Kirchengemeinde fühlte sie sich sofort integriert, vor allem durch die Kirchenälteste Carola Gossel und deren Bruder Peter Gossel, der ebenfalls im Kirchgemeinderat aktiv ist.

„Irgendwie war ich schon bald in das Projekt ‚Flüchtlingsarbeit in Waldeck‘ reingerutscht, wo ich selbstständig mit den Menschen aus den verschiedensten Ländern gearbeitet habe, vor allem bei der Unterstützung von Familien“, erzählte sie. „Eine sechsköpfige Familie steht beispielhaft für das, was dadurch entstehen kann: Die Mutter hat mit Unterstützung Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt und dadurch viel Selbstvertrauen gewonnen. Heute hilft sie ihren Kindern bei den Hausaufgaben, spricht mit anderen Müttern in Kita und Schule und geht regelmäßig mit deutschen Frauen zum Zumba. Der Vater arbeitet, spielt Fußball, die Kinder sind im Fußballverein. Die Familie nimmt an Veranstaltungen in der Stadt teil und bringt gleichzeitig ihre eigene Kultur in unsere Stadt ein. Fazit: Aus Unterstützung ist Selbstständigkeit geworden. Aus Begegnung ist Zugehörigkeit entstanden.“

Netzwerk in der Kleinstadt

Wolski ist überzeugt, dass dieses Miteinander unter den Bedingungen einer kleinen Stadt etwas Besonderes ist. Wo es vielleicht nicht für jedes Problem ein Angebot gibt, finden sich Menschen, die gemeinsam nach einer Lösung suchen. „Unser Sommerfest – eindeutig der Höhepunkt für alle – fand jetzt Ende August direkt in der Flüchtlingsunterkunft statt und ist ein Beispiel dafür. Die Feuerwehr veranstaltete Wasserspiele, der Naturpark Sternberger Seenlandschaft baute mit den Kindern Vogelhäuschen, die Kirchenband spielte Livemusik, Bürgermeister, Grundschule, Kindergarten waren ebenso vertreten wie Kirchengemeindemitglieder, die für Getränke und Kuchen sorgten.“

In Warin ist ein Netzwerk entstanden, in dem Kirche, Stadt, Schule, Kindertagesstätten, Vereine, Organisationen und Bürger zusammenarbeiten. Wolski sieht ihr Engagement bescheiden: „Gottes Liebe wird sichtbar, wenn Menschen füreinander da sind. Gemeinsam statt nebeneinander.“ Weil es in der Kirchengemeinde wichtig ist, Menschen zu begleiten, Gemeinschaft zu schaffen und füreinander da zu sein, hatte sie die Idee, das öffentlich zu machen und sich um den Förderpreis zu bewerben.

Verwendung des Preisgeldes

Mit dem Ergebnis hatte sie nicht gerechnet, aber sie freut sich riesig. Diese Freude teilt sie, indem sie den Wanderpokal „Eine-Welt-Kugel“ in Warin herumreicht. Bereits in der Seniorengruppe der Kirchengemeinde erzählte sie vom großen Gewinn. Auch die Feuerwehr, der Kindergarten, die Schule sowie das Naturparkzentrum sollen die Kugel zu sehen bekommen.

„Kleine Begegnungen können Großes bewirken. Dies ist kein Preis für mich oder die Kirchengemeinde allein. Dies ist ein Preis für die Wariner Gemeinschaft“, betont sie. Die 2500 Euro werden unter anderem im kommenden Jahr, genau am 28. August 2027 von 11 bis 17 Uhr, in das große Sommerfest rund um die Kirche einfließen.