Warum Gräben in der Müritzregion in diesem Jahr zuwuchern
Warum Gräben in der Müritzregion in diesem Jahr zuwuchern

In der Müritzregion fallen in diesem Herbst einige Gräben auf, die sonst Anfang Oktober bereits gemäht waren. Der Wasser- und Bodenverband Müritz erklärt, warum das so ist und welche finanziellen Herausforderungen auf den Verband zukommen.

Gründe für den späten Schnitt

Die Gewässerunterhaltung wird jeweils für fünf Jahre ausgeschrieben. In der vergangenen Vergabeperiode waren drei Firmen mit den Arbeiten betraut. Bei der neuen Ausschreibung erhielten zwei Firmen den Zuschlag für die Krautungsmaßnahmen. Diese beiden Firmen arbeiten in einem anderen Rhythmus als die Unternehmen zuvor.

Der aktuelle Zustand einiger Gräben bedeutet aus Sicht des Verbandes keine Verzögerung. Der Zeitraum für die Krautung reicht vom 15. Juli bis zum Jahresende. Die Arbeiten werden auf die angrenzenden Flächen abgestimmt. Sobald die Ernte abgeschlossen und die Ackerflächen beräumt sind, können dort die Gräben bearbeitet werden. Viele Ackergräben im Bereich um den Kellerbach sind deshalb bereits gemäht. Bei Wiesengräben bleibt etwas mehr zeitlicher Spielraum.

Kosten und neue Vorgaben

Für solche Arbeiten finden sich inzwischen weniger Firmen, das hängt vor allem mit den Kosten zusammen. Für die Grabenpflege wird Spezialtechnik gebraucht, die von den Unternehmen vorgehalten werden muss. Gleichzeitig sind Kraftstoff, Personal und Maschinen teurer geworden. Mit Kosten von derzeit etwa 70 bis 75 Cent je laufendem Meter liegt der Wasser- und Bodenverband Müritz landesweit noch immer im unteren Drittel.

Seit dem 1. August 2026 gilt das neue Landeswasser- und Küstenschutzgesetz in Mecklenburg-Vorpommern. Damit kommen zusätzliche Anforderungen auf die Wasser- und Bodenverbände zu. Für bestimmte Gewässerabschnitte müssen künftig gesonderte Gewässerentwicklungs- und Pflegepläne erstellt werden. Beim Wasser- und Bodenverband Müritz betrifft das rund 200 Kilometer Gewässer. Die Planungen können die Verbände häufig nicht selbst leisten, sondern müssen Ingenieurbüros beauftragen. Gallinat rechnet mit Kosten von etwa 4000 bis 5000 Euro pro Kilometer für einen Zeitraum von fünf Jahren. Für den Verband bedeutet das zusätzliche jährliche Ausgaben von rund 200.000 Euro.

Führungswechsel beim Verband

Zum Jahreswechsel übernimmt Mandy Dreier die Geschäftsführung des Wasser- und Bodenverbandes Müritz. Sie ist in Waren aufgewachsen und hat Wasserbau studiert. Gallinat muss die anstehenden Herausforderungen seiner Nachfolgerin überlassen.