Werkstattbrand in Bützow: Feuerwehrmann schildert Einsatz und Flutlichtpokal
Werkstattbrand Bützow: Feuerwehrmann berichtet

Beim Werkstattbrand in Bützow am Sonntag, 27. September, war auch Sven Willbrandt von der Freiwilligen Feuerwehr Steinhagen/Neuendorf im Einsatz. Als die Kameraden eintrafen, stand das Gebäude bereits im Vollbrand. „Als wir ankamen, stand das Ding schon im Vollbrand“, sagt Willbrandt. Eine Rettung für die Werkstatt gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Die Einsatzkräfte versuchten lediglich, den vorderen Verkaufsraum zu schützen, doch auch dort hatte sich der Rauch bereits ausgebreitet.

Koordinierte Arbeit auf engem Raum

Die erste Phase des Einsatzes, die sogenannte Chaosphase, in der sich alle orientieren und ihre Aufgaben finden müssen, sei kurz gewesen, erzählt Willbrandt. „Das lief eigentlich relativ gut.“ Die Kameraden aus Steinhagen bauten unter anderem eine Wasserversorgung vom Kanal auf. Die Pumpen wurden dabei stark beansprucht, zwei von ihnen liefen sehr warm.

Willbrandt selbst wurde als Atemschutzgeräteträger eingesetzt. Hinter dem Gebäude kühlte er einen Container, löschte noch brennende Fahrzeuge ab und half, einen Gastank zu schützen. Nach rund viereinhalb Stunden war die Feuerwehr Steinhagen wieder einsatzbereit.

Arbeit nach dem Löschen

Für eine kleinere Feuerwehr ist ein solcher Brand ein besonderer Einsatz. Entscheidend sei, dass die Wehren zusammenarbeiten und jeder wisse, welche Aufgabe er übernimmt, sagt Willbrandt. Als Gerätewart kontrollierte und reinigte der 37-Jährige anschließend Material, füllte Wasser auf und sorgte dafür, dass beim nächsten Alarm alles bereitsteht. Dieses Ehrenamt besteht auch aus Stunden, die niemand am Brandort sieht: aus Diensten, Übungen und der Pflege der Technik.

Willbrandt gehört die Feuerwehr seit seiner Kindheit. Inzwischen engagiert er sich als stellvertretender Gemeindewehrführer und hat vor kurzem einen Gruppenführerlehrgang abgeschlossen. „Für uns ist es eine Ehre und kein Amt“, sagt er. Was ihn hält, ist vor allem die Gemeinschaft. 41 Mitglieder zählt die Gemeindefeuerwehr Steinhagen/Neuendorf aktuell.

Appell und Flutlichtpokal

„Das beste Jahr ist, wenn wir keine Einsätze haben“, betont Willbrandt. Weil jeder Alarm bedeute, dass irgendwo Menschen Hilfe brauchen. Er hofft, dass sich weitere Menschen in den freiwilligen Feuerwehren engagieren, besonders in Neuendorf werden Einsatzkräfte gebraucht. Sein Appell nach dem Brand in Bützow: „Wer helfen möchte, soll zur Feuerwehr kommen.“

Wie viel Gemeinschaft in der Feuerwehr steckt, können Besucher in Steinhagen erleben. Am Freitag, 2. Oktober, findet ab 19 Uhr der 9. Flutlichtpokal auf dem Schlossplatz statt. Willbrandt rechnet mit 15 Mannschaften – mehr als in den vergangenen Jahren. Beim Wettkampf treten die Teams im Löschangriff an: Schläuche, Pumpe und weiteres Gerät liegen auf einem Podest bereit, nach dem Start müssen die Kameraden die Wasserversorgung aufbauen, die Pumpe in Gang bringen und mit den Wasserstrahlen zwei Ziele treffen. Die Zeit wird elektronisch gemessen, in Steinhagen startet jeweils eine Mannschaft pro Lauf.

Zuschauer können die Abläufe aus nächster Nähe verfolgen. Für Essen und Getränke ist gesorgt, außerdem stehen ein Festzelt und ein kleines Feuer auf dem Platz. Bei früheren Flutlichtpokalen kamen je nach Wetter etwa 500 bis 800 Besucher. „Wir arbeiten mit ganz vielen Sponsoren zusammen, die das überhaupt erst ermöglichen. Dafür herzlichen Dank“, sagt Sven Willbrandt.