Seit 1926 steht das ehemalige Karstadt-Kaufhaus am Slüterplatz in Dömitz. Das Gebäude wurde zentral neben der Johanneskirche errichtet und gehört bis heute zum Alltag der Stadt – früher als Warenhaus, seit 2022 als Sitz der Amtsverwaltung Dömitz-Malliß. In diesem Jahr feiert das Haus seinen 100. Geburtstag.
Das Amt sucht Erinnerungen
Das Amt sucht dafür Erinnerungsstücke aus der Kaufhauszeit: Fotos, alte Waren, persönliche Geschichten, Anekdoten früherer Kunden und Mitarbeiter. Die Sammlung soll im Jubiläumsjahr im ehemaligen Kaufhaus gezeigt werden.
Karstadt kam über Ernst nach Dömitz
Der Name Karstadt war in Dömitz bereits vor dem Neubau am Slüterplatz präsent. Rudolph Karstadt gründete 1881 in Wismar sein erstes Geschäft. Sein Bruder Ernst Karstadt führte ebenfalls Warenhäuser, geriet jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. Im Jahr 1900 übernahm Rudolph Karstadt mehrere Geschäfte seines Bruders, darunter auch den Standort Dömitz. Damit wurde die Stadt früh Teil der Karstadt-Geschichte in Norddeutschland.
Ein Neubau prägt den Slüterplatz
Das Kaufhaus am Slüterplatz wurde 1926 fertiggestellt und eröffnet. Es trug typische Merkmale der Karstadt-Architektur, darunter das Atrium im Inneren. Die Fassade aus Blauklinker prägt bis heute das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes. Bis 1993 wurde das Haus als Warenhaus genutzt. Auf drei Etagen gab es ein breites Sortiment, unter anderem Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug und Elektrogeräte.
Leerstand, Neustart und erneute Schließung
Nach der Schließung folgte jahrelanger Leerstand. 2009 wurde das Gebäude nach Instandsetzungsarbeiten wieder als Kaufhaus eröffnet. Beteiligt war der Investor und Gastronom Kai Hagen, der in der Region auch durch Projekte wie den Dömitzer Hafenspeicher und das Vielanker Brauhaus bekannt wurde. In dem früheren Warenhaus entstanden mehrere kleinere Angebote, darunter Gastronomie, regionale Produkte, Textilien, Schmuck, Bücher, ein Tante-Emma-Laden, eine Postfiliale und eine Lottoannahmestelle. Im Februar 2014 schloss das Kaufhaus erneut. Danach wurde längere Zeit nach einer neuen Nutzung gesucht.
Filmauftritt vor der neuen Amtsnutzung
Zwischenzeitlich diente das denkmalgeschützte Gebäude als Drehort für den ARD-Film „Auf einmal war es Liebe“ mit Kostja Ullmann. Für die Dreharbeiten wurde das leere Kaufhaus noch einmal mit gekauften und geliehenen Dingen neu bestückt. Seit Juli 2022 ist die Verwaltung des Amtes Dömitz-Malliß in dem früheren Kaufhaus untergebracht. Vor dem Einzug wurde das Gebäude umgebaut und saniert. Dach und Türen wurden erneuert, die Fenster nach historischem Vorbild gefertigt.
Erinnerungen für die Ausstellung gesucht
Erhalten blieben unter anderem das Atrium und das historische Treppenhaus. Durch den Einbau eines Fahrstuhls ist das Gebäude heute barrierefrei zugänglich. Wer Erinnerungsstücke oder Geschichten zur Kaufhauszeit beitragen möchte, kann sich bis zum 30. Oktober 2026 beim Amt Dömitz-Malliß melden. Ansprechpartnerin ist Frau Becker, Telefon 038758-31642, E-Mail: [email protected]. Der Termin der Jubiläumsveranstaltung soll in der nächsten Ausgabe des Amtskuriers bekannt gegeben werden.