Bio-Stall für 12.000 Hühner in Silz: Anwohner wehren sich
Bio-Stall für 12.000 Hühner: Anwohner in Silz wehren sich

In Silz nahe Malchow sorgt ein geplanter Stall für bis zu 12.000 Hühner am Ortsrand für Unruhe. Seit einigen Tagen machen Einwohner mit Plakaten auf ihre ablehnende Haltung gegenüber der Hühnerfarm aufmerksam. Zudem soll eine Unterschriftensammlung gegen den Bau starten.

Anwohner befürchten Belastungen

„Wir in Silz hoffen alle sehr, dass wir mit unseren Aktivitäten noch nicht zu spät sind“, sagt Robert Weigert. Er wohnt in unmittelbarer Nähe des Feldes, auf dem die Legehennen-Anlage zur Produktion von Bio-Eiern entstehen soll. Wegen der Nähe zum Dorf sei davon auszugehen, dass es zu Geruchsbelastungen komme, sagt er. Zudem befürchten die Anwohner negative Auswirkungen aufs Grundwasser.

Erst kürzlich hätten die Einwohner von den Plänen erfahren, berichtet Weigert. Das Vorhaben sei beim Landkreis in der Prüfung, die Gemeinde Silz zur Stellungnahme aufgefordert. Das Thema werde am 12. Oktober bei der nächsten Gemeindevertretersitzung auf der Agenda stehen.

Gemeinde lehnt Vorhaben ab

Die Silzer Bürgermeisterin Almuth Köhler bestätigt, dass die Gemeinde derzeit Kenntnis von den Plänen eines Investors habe, der am westlichen Ortsrand den Bau eines Bio-Legehennenstalls beabsichtigt. „Auch die Gemeindevertreter stehen dem Vorhaben ablehnend gegenüber. Wir werden das in unserer Stellungnahme deutlich machen“, kündigt Köhler an. Insofern sei es gut und im Sinne der Gemeinde, dass sich Einwohner gegen die Stallanlage engagieren.

Man sei nicht grundsätzlich gegen den Bau solcher Anlagen. Die Gemeinde und die Anwohner kritisieren vor allem den gewählten Standort. Der sei nicht geeignet. So grenze direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide an. Zudem würden negative Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet. Ganz in der Nähe gebe es etwa einen Campingplatz.

Landkreis entscheidet

Jedoch, so der Hinweis der Bürgermeisterin, sei letztlich der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte die bewilligende Behörde. Falls aus fachlicher und gesetzlicher Sicht nichts gegen den Bau spricht, könnte der Bio-Betrieb trotz ablehnender Haltung der Gemeinde von dieser Stelle Grünes Licht erhalten.

Die Kreisverwaltung bestätigt, dass die Bauaufsichtsbehörde derzeit einen Antrag zur „Errichtung einer Bio-Legehennenanlage in der Gemarkung Silz“ prüfe. Da die Prüfung noch nicht abgeschlossen sei und bisher nicht alle Stellungnahmen vorliegen würden, könne noch keine Aussage zur Genehmigungsfähigkeit getroffen werden.

Investor äußert sich nicht

Geplant wird das Vorhaben von einem Bio-Landwirtschaftsbetrieb aus Grüssow. Dessen Geschäftsführer bestätigt gegenüber dem Nordkurier zwar, dass seine Firma den Legehennenstall bauen will. Zu den Bedenken der Anwohner und der Gemeinde wollte er derzeit aber nichts sagen.