Igel sind aktuell besonders gefährdet: Sie haben Nachwuchs zu versorgen und müssen sich zugleich Futter für die Winterruhe anfressen. Dabei werden sie manchmal selbst zur Beute, etwa wenn sie sich bei einem Angriff durch einen Hund oder Raubvogel nicht rechtzeitig zur stachligen Kugel zusammenrollen können.
Erste Hilfe für verletzte und schwache Igel
Heidi French von der Igelhilfe Mecklenburg-Vorpommern bittet: „Wenn Sie einen verletzten Igel gefunden haben, bringen Sie ihn umgehend zu einem Tierarzt.“ Doch auch unverletzt wirkende Tiere brauchen oft Unterstützung. Wirken sie schwach oder apathisch, hilft zumeist Wärme: Unterbringung bei Zimmertemperatur, gegebenenfalls zusätzlich mit einer Wärmflasche oder einem Körnerkissen. „Bitte kein Heizkissen verwenden!“, rät Heidi French.
Junge Igel: Wärme und geeignete Nahrung
Findet man sehr junge Igelbabys mit geschlossenen Augen außerhalb des Nestes, ist immer Gefahr im Verzug: „Diese Tiere bitte sofort aufnehmen“, bittet die Chefin der Igelhilfe. Igelbabys benötigen Wärme und geeignete Aufzuchtmilch. Kuhmilch ist ungeeignet, im Notfall warmen Fencheltee anbieten, aber nur tropfenweise mittels Pipette, damit sich die Kleinen nicht verschlucken.
Als Erstversorgung eine Wärmflasche mit handwarmem Wasser füllen und mit einem Handtuch umwickeln. Dann die Igelbabys darauflegen und mit einem weiteren Handtuch zudecken. Sind Fliegeneier oder Maden zu sehen, müssen diese sofort abgesammelt werden.
Wann menschliche Hilfe wirklich nötig ist
Sind junge Igel mit bereits geöffneten Augen tagsüber anzutreffen, muss das kein Grund zum Eingreifen sein. „Hier bitte erst einmal in Ruhe schauen, ob diese Tiere wirklich menschliche Hilfe benötigen“, rät Heidi French. „Häufig unternehmen Jungigel im Alter von drei Wochen die ersten Ausflüge und die Mutter ist in der Nähe. Rufen die kleinen Igel aber anhaltend mit schrillen Tönen nach der Mutter, laufen ziellos umher und machen vielleicht schon einen geschwächten Eindruck, ist Hilfe gefragt.“ Dann die Kleinen in eine ausbruchssichere Kiste setzen und ihnen Katzenfutter anbieten.
Igelhilfe sucht Verstärkung im Landkreis
Professionelle Hilfe zu finden, wenn man selbst mit den kleinen stachligen Findelkindern an Grenzen stößt, ist schwierig. Die Igelhilfe Mecklenburg-Vorpommern hat im Kreis Ludwigslust-Parchim aktuell kein aktives Mitglied. Sie würde sich daher über Verstärkung freuen. Wer ernsthaftes Interesse hat, kann sich gern unter [email protected] oder telefonisch unter 0176 51275890 melden.