Der jüngste Woldegker Planungsausschuss war nicht beschlussfähig, weil zu wenige Mitglieder erschienen waren. Dennoch standen zahlreiche Themen auf der Tagesordnung, zu denen sich auch Gäste eingefunden hatten. Die Woldegker Kegelsportler trugen dem Ausschuss ein wichtiges Anliegen vor.
Machbarkeitsstudie für Kegelbahnanlage
Ronny Lepczyk, Sektionsleiter Kegeln und Vorstandsmitglied in der SG Mühlenwind Woldegk 1948, brachte nicht nur Verstärkung, sondern auch eine Machbarkeitsstudie mit. Die Kegelsportler haben ein Gebäude gefunden, in das sie ihre vor Jahren in Bremen abgebaute Kegelbahnanlage einbauen könnten.
Weil die Woldegker Bohlekegler in der Zweiten Bundesliga aktiv sind, benötigen sie mindestens eine Viererbahn, um Heimspiele auszurichten. Derzeit spielen sie in Neubrandenburg und erhalten dabei Unterstützung von den Sportkollegen aus der Viertorestadt. Die Stadt Woldegk zahlt dafür einen finanziellen Zuschuss.
Alte Anlage zu klein
Praktischer wäre es, wenn die Kegler ihre Stadt zum Trainieren und für Punktspiele nicht verlassen müssten. Doch die örtliche Zweibahnenanlage zwischen den Verwaltungsgebäuden am Karl-Liebknecht-Platz ist zu klein, die Räumlichkeiten generell ungeeignet, wie Ronny Lepczyk bildhaft erläuterte.
Die Kegelsportler präsentierten dem Planungsausschuss die Möglichkeit, eine Halle in der Neubrandenburger Chaussee anzumieten. Das Gebäude wurde energetisch saniert, müsste aber noch für die Zwecke der Kegelsportler umgebaut werden. In der Halle stünden dann auch weitere Räumlichkeiten, etwa für die Dartsportler, zur Verfügung.
Miete oder Neubau
Zur Sektion Kegeln gehören drei Mannschaften im Erwachsenenbereich sowie die Jugendabteilung. Alle benötigen Platz, den sie in der derzeitigen Anlage nicht haben. Auch Schüler der Woldegker Schule werden trainiert.
Mit mindestens 1000 Euro Monatsmiete sei zu rechnen, hinzu kommen circa 550 Euro Nebenkosten. Dazu kommt ein sechsstelliger Betrag, um aus der Halle eine Kegelbahnanlage zu machen. Als Alternative präsentierten die Kegelsportler die Möglichkeit, eine neue Halle, beispielsweise im Gewerbegebiet, zu errichten. Der dafür aufzubringende sechsstellige Betrag würde noch höher ausfallen, das Gebäude wäre dann allerdings im Eigentum der Stadt und es würden keine Mietkosten anfallen.
Förderung für Kegelanlagen möglich
Für alle überraschend kam der Hinweis von Antje Zibell von der LMS Agrarberatung, dass über die Sportstättenförderung aktuell auch Kegelbahnanlagen gefördert werden könnten. Dank der guten Vorbereitung durch Ronny Lepczyk und seine Sportkollegen braucht es unter Umständen nicht mehr viel an Unterlagen, um bei diesem Förderprogramm noch rechtzeitig den Hut in den Ring zu werfen.
Antje Zibell war jedoch aus einem anderen Grund nach Woldegk gekommen: Es geht um die Ausweisung eines Sondergebietes „Erneuerbare Energien“ im Gewerbegebiet „Mühlengrund“. Die Landwerke Woldegk GbR hat einen Antrag auf Erweiterung des Bebauungsplanes Gewerbegebiet gestellt, Antje Zibell berät das Unternehmen. Mit fundiertem Fachwissen überzeugte sie die anwesenden Planungsausschussmitglieder, sodass diese die Empfehlung geben werden, das Thema in die Stadtverordnetenversammlung zu bringen.
Biomethan aus acht Anlagen
Dabei geht es darum, planungsrechtliche Voraussetzungen zu schaffen, die eine Errichtung und den Betrieb zentraler Anlagen zur Nutzung, Aufbereitung, Speicherung, Umwandlung, Verteilung und Einspeisung erneuerbarer Energien ermöglichen. Hierzu zählt unter anderem Biomethan.
Rohbiogas aus derzeit acht Biogasanlagen im Umfeld von Woldegk soll über ein regionales Leitungsnetz mit einer Länge von etwa 30 Kilometern zu einer zentralen Gasaufbereitungsanlage geführt werden. Wie Antje Zibell informierte, gebe es Möglichkeiten, unter bestimmten Voraussetzungen Fördermittel für dieses Projekt zu bekommen.