Seit über einem Jahr sind die Kellerräume der Awo-Kita „Mischka“ in Neustadt-Glewe wegen Schimmelbefalls gesperrt. Die 82 Kinder müssen auf Küche, Esszimmer, Umkleide und Sportraum verzichten. Elternbeirat und Träger warten auf ein Gutachten, das die Grundlage für die Sanierung bilden soll.
Schimmel im Keller entdeckt
„Der Keller war schon immer etwas feucht“, erklärt Stephanie Lohse vom Elternbeirat der Kindertagesstätte „Mischka“ in Neustadt-Glewe. Vor einem Jahr hatten sie dann aber Schimmel in den Kellerräumen entdeckt und an ihren Träger, die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband (Awo) Ludwigslust, gemeldet.
Nach einer Begehung von Vertretern des Gesundheitsamtes des Landkreises, der Awo Ludwigslust und der städtischen Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (Wobau) sowie Bürgermeister Steffen Klieme wurden die Kellerräume im Oktober 2025 seitens des Landkreises gesperrt. Umgehend wurden Fenster und der Kellereingang abgedichtet, sodass weder betroffene Räume betreten, noch Sporen daraus entweichen können.
Sanierungskosten auf 200.000 Euro geschätzt
Gleichzeitig wurden Sachverständige und Gutachter beauftragt, die Kosten für „ein tragfähiges Sanierungskonzept“ zu ermitteln. Auf Grundlage der Untersuchungen und unter Abstimmung mit dem Landkreis erfolgte im März 2026 die Genehmigung. Im April dieses Jahres wurde der Verwaltung die Kostenschätzung in Höhe von 200.000 Euro übermittelt.
In der Sitzung der Stadtvertretung im Mai hieß es, dass einer Freigabe der Mittel nichts im Wege stünde, allerdings eine Absicherung notwendig sei, gutachterlich festzustellen, dass die veranschlagten Kosten ausreichen würden, um das Problem zu lösen. Einstimmig beschlossen wurde, dass dieses Gutachten im Vorfeld einzuholen sei, die 200.000 Euro aber trotzdem gesetzt sind.
Gesundheitsrisiko ausgeschlossen
Da die Awo als Träger verpflichtet ist, die Gesundheit von Kindern, Mitarbeitern und Eltern vor Ort zu garantieren, hatte sie für die Räumlichkeiten außerhalb des abgedichteten Kellers zusätzlich ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Gefahren für die Gesundheit auszuschließen. Das Ergebnis: keine Gefährdung.
Seither müssen die 82 Kinder in Neustadt-Glewe aber auf wichtige Räumlichkeiten verzichten. Keine separate Umkleide, kein Esszimmer, keine Küche und kein Raum für sportliche Betätigungen der Kinder. „Im Sommer war der Sport kein großes Problem, da wir mit den Kindern raus konnten, doch jetzt kommen die kalten Tage“, so Stephanie Lohse.
Gutachten verzögert sich
Aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen liegt das Gutachten bislang nicht vor, wodurch sich auch die Sanierung verzögert. Bei den Vertretern des Elternbeirates und den Beschäftigten der Kita „Mischka“ hatte das bis zuletzt großen Unmut befördert: „Wir fühlen uns im Stich gelassen, auf gut Deutsch, verarscht“, monierte Stephanie Lohse jüngst bei der Sitzung der Stadtvertretung in Neustadt-Glewe.
Was für andere Kindertagesstätten selbstverständlich sei, fehle den Mädchen und Jungen im Alltag. Für Kinder, Erzieher und Eltern bedeute das eine besondere Herausforderung, die nicht ewig zu meistern sei. Daher solle die Verwaltung zumindest über den Winter räumliche Möglichkeiten für die sportliche Betätigung schaffen und den kommunikativen Austausch mit dem Elternbeirat pflegen.
Nach den Herbstferien soll nun ein aktuelles Gutachten die tatsächlichen Kosten und Möglichkeiten ermitteln, sodass die Sanierung zeitnah umgesetzt werden kann. „Ich bin zugegebenermaßen im Moment sehr froh über die Initiative des Landkreises. Wir warten jetzt auf das Gutachten, sobald dieses vorliegt, werden wir uns an einen großen runden Tisch setzen und die Maßnahmen besprechen“, erklärt Kerstin Ohlendorf, Geschäftsführerin der Awo Ludwigslust.