Klinik Crivitz: Millionenverlust 2023, Restrukturierung läuft
Klinik Crivitz: Millionenverlust 2023, Restrukturierung läuft

Das Krankenhaus in Crivitz, das zum kommunalen Klinikverbund LUP-Kliniken gehört, steckt wirtschaftlich tief in den roten Zahlen. Wie aus kürzlich vom Landkreis veröffentlichten Zahlen zu den Jahresabschlüssen hervorgeht, machte das LUP-Klinikum am Crivitzer See 2023 einen Verlust von 5,15 Millionen Euro. Bereits im Jahr zuvor belief sich das Defizit laut Jahresabschluss auf rund 2,36 Millionen Euro.

Zahlungsfähigkeit nur durch Zuschüsse erhalten

Die Zahlungsfähigkeit des Krankenhauses konnte nach Angaben der Geschäftsführung im Lagebericht nur durch zusätzliche Gelder aufrechterhalten werden. Unter anderem „durch Gesellschafterdarlehen sowie Unterstützung des Landkreises Ludwigslust-Parchim“, heißt es im Lagebericht.

In Crivitz waren 2023 unter anderem die Einnahmen aus Krankenhausbehandlungen deutlich um rund 2,27 Millionen Euro zurückgegangen. Speziell die Geschäftsjahre 2022/2023 waren nach Angaben einer Kreissprecherin „weiterhin von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt“. Die Bettenauslastung der Klinik habe in diesem Zeitraum nicht den Stand der Vorjahre erreicht.

Rückgang der Behandlungsfälle und ambulante Verlagerung

Ein Rückgang der Behandlungsfälle führt in der Regel zu Einnahmeausfällen. Die gesetzlich vorgegebene zunehmende Verlagerung von bestimmten Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich wirke sich ebenfalls auf den Standort aus, so die Sprecherin.

Neuere Zahlen zur Finanzlage des LUP-Klinikums in Crivitz sind bislang noch nicht veröffentlicht worden. Der Landkreis teilte auf Anfrage jedoch mit: „... die wirtschaftlich angespannte Lage hält auch bis ins Jahr 2026 an.“ Für die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit und Sicherung des Krankenhausstandortes werde von Geschäftsführung und Gesellschafter eine vollständige Restrukturierung vorangetrieben.

Umstrukturierung und neue Versorgungsform

Der Landkreis hatte die Klinik zum 1. Januar 2021 von einem privaten Betreiber übernommen. Zum Verbund der LUP-Kliniken in öffentlicher Trägerschaft des Kreises gehören zudem die Krankenhäuser in Hagenow und Ludwigslust.

In Crivitz soll eine sogenannte sektorübergreifende Versorgungseinrichtung etabliert werden: Das Konzept verbindet ambulante Behandlungen und nicht-komplexe stationäre Behandlungen mit Schwerpunkt auf Innere Medizin und Geriatrie (Altersmedizin) unter einem Dach. Andere Fachbereiche wie Orthopädie und Unfallchirurgie wurden geschlossen.

Komplexe Behandlungen werden künftig von den Schwesterkliniken im LUP-Verbund übernommen. Die orthopädische Versorgung wird etwa vollständig an der Klinik in Hagenow gebündelt. In Ludwigslust werden alle komplexeren Eingriffe der Allgemeinchirurgie durchgeführt. Über die beiden Kliniken soll auch die Notfallversorgung sichergestellt werden.

Bekenntnis zu allen drei Standorten

Mit kleinen Klinikstandorten wie in Crivitz soll eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung sichergestellt werden. Insbesondere in ländlichen Regionen, wo sich klassische Krankenhäuser wirtschaftlich oft nicht mehr tragen. Die Neuausrichtung sei aufgrund bundespolitischer Rahmenbedingungen zur Krankenhauslandschaft unausweichlich, hatte der Geschäftsführer der LUP-Kliniken, Alexander M. Gross, im März dieses Jahres erklärt. „Wir stehen zu allen drei Kliniken und wollen alle drei weiterentwickeln. Deswegen müssen wir die Strukturen überprüfen, standortübergreifend arbeiten und unsere Leistungen bündeln.“