Kreistag fordert zügige Räumung von Kriegsmunition im Müritz-Nationalpark
Kreistag fordert zügige Munitionsräumung im Müritz-Nationalpark

Der Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte hat mit 59 Stimmen bei einer Gegenstimme beschlossen, dass Kriegsmunition aus den Wäldern und Wiesen im Müritz-Nationalpark und in anderen Regionen der Seenplatte entfernt werden soll. Der Landrat Thomas Müller (CDU) soll sich nun mit Nachdruck bei der Landesregierung für eine umgehende Räumung der munitionsbelasteten Flächen einsetzen.

Beschluss nach Bränden im Sommer

Hintergrund sind die Waldbrände im Müritz-Nationalpark im Juni und Juli. In der Beschlussvorlage von BSW und CDU heißt es, der Landrat werde beauftragt, sich gegenüber der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern für eine umgehende Räumung einzusetzen. Auch gegenüber der Bundesregierung soll er sich für zusätzliche finanzielle und personelle Mittel zur Kampfmittelräumung starkmachen. Zudem soll er gemeinsam mit den zuständigen Behörden auf ein dauerhaft angelegtes Räumungsprogramm hinwirken.

Sondereinsatzplan für Granzin und Fürstensee

Für den ehemaligen Truppenübungsplatz Granzin, wo im Hochsommer binnen einer Woche 400 Hektar abgebrannt waren, sowie für das Munitionslager Fürstensee bei Neustrelitz soll ein Sondereinsatzplan erstellt werden. Dazu gehört auch ein Konzept zum vorbeugenden Waldbrandschutz für die Flächen der Bundesforst im Nationalpark. Die im Boden vorhandenen Kampfmittel schränken die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr massiv ein. Auch der Einsatz von Löschhubschraubern ist im Bereich des Müritz-Nationalparks nur unter besonderen Sicherheitsauflagen möglich, da von der Munition eine erhebliche Explosionsgefahr ausgeht.

Die Beräumung sei ein zeitintensiver Prozess, weshalb die Gefahrenlage nicht allein durch eine kurzfristige Räumung bewältigt werden könne. Ergänzend seien Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes und der sicheren Brandbekämpfung erforderlich.

Naturverträgliche Beräumung gefordert

Frank Benischke, Vorsitzender der CDUplus-Fraktion, erklärte, die aktuellen Ereignisse im Müritz-Nationalpark zeigten, dass aus den Erfahrungen von Lübtheen bislang nicht die notwendigen politischen Konsequenzen gezogen wurden. Es dürfe nicht sein, dass ganze Waldgebiete nur eingeschränkt geschützt werden könnten, weil Bund und Land bei der Räumung von Kriegsaltlasten zu langsam vorankommen. Zunächst müsse geklärt werden, ob eine vollständige Beräumung aller betroffenen Flächen technisch und praktisch überhaupt möglich ist und ob die damit verbundenen Eingriffe in die Natur des Nationalparks vertretbar wären.

Ziel sei ein abgestimmtes Vorgehen, das nach Gefährdung priorisierte Brandschutzmaßnahmen mit naturverträglicher Beräumung verbindet. Der Kreistag erwarte, dass der Landrat die Angelegenheit gegenüber Landesregierung und Bundesregierung mit Nachdruck vertritt und auf konkrete Fortschritte dringt. Es brauche keine weiteren Ankündigungen, sondern verbindliche Entscheidungen und belastbare Umsetzungsschritte.

Maik Michalek (BSW) sprach von „einschneidenden Erlebnissen“ angesichts der Großbrände auf Munitionsflächen im Juni und Juli zwischen Neustrelitz und Waren sowie des Brandes im Sommer 2019 bei Lübtheen. Der nächste Waldbrand müsse „weitaus glimpflicher ablaufen“.