Die Mitglieder des Kreistags Ludwigslust-Parchim haben einen Antrag der Fraktion BSW-Freier Horizont zur Förderung der niederdeutschen beziehungsweise plattdeutschen Sprache abgelehnt. Die Fraktion hatte einen Beschlussantrag eingereicht, nachdem die Kreisverwaltung mit der Prüfung beauftragt wird, „wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim interessierte Städte und Gemeinden bei der Einführung plattdeutscher Zusatzschilder an den Ortsschildern unterstützen kann“.
Regionale Identität stärken und Kultur sichtbar machen
Damit wollte die Fraktion „die regionale Identität stärken und einen wichtigen Bestandteil unserer Kultur und Geschichte im Alltag sichtbar machen“, heißt es in dem Beschlussvorschlag. Vorgesehen ist in dem Text auch, Gemeinden, die zusätzliche plattdeutsche Namensschilder an ihren Ortseingängen anbringen möchten, bei der Suche nach möglichen Fördermitteltöpfen zu unterstützen.
Unterstützung bei Fördermittelakquise
Außerdem regte der Antrag an, dass Gemeinden, die solche Schilder ergänzen möchten, diese über eine zentrale Beschaffung erwerben können, um damit Kosten zu sparen. Des Weiteren sah der Antrag vor, dass die Verwaltung prüft, inwieweit die plattdeutschen Ortsbezeichnungen ergänzend digital erlebbar und Informationen über Bedeutung, Herkunft und Geschichte der Ortsnamen niedrigschwellig zugänglich gemacht werden können.
Dabei sollten insbesondere bestehende oder förderfähige digitale Lösungen geprüft werden. Eine flächendeckende Verpflichtung zum Anbringen von plattdeutschen Ortsschildern schloss der Antrag explizit aus.
Uneingeschränkte Zustimmung nur von der AfD
Uneingeschränkte Zustimmung bekam der Antrag von den Mitgliedern der AfD-Fraktion, die anderen Kreistagsmitglieder lehnten den Antrag ab. Zwar bekräftigten die Fraktionen von CDU, ZLP und FDP-ABLR-AfL grundsätzlich die Notwendigkeit, die plattdeutsche Sprache zu unterstützen und zu fördern, versagten dem Antrag von BSW-Freier Horizont aber ihre Zustimmung. Zur Begründung der Ablehnung des Antrags gaben die Sprecher der Fraktionen an, die Gemeinden müssten selbst über ihren Umgang mit der niederdeutschen Sprache entscheiden.