Laubentsorgung in Ludwigslust-Parchim: Teurer, aber es gibt Alternativen
Laubentsorgung in Ludwigslust-Parchim: Alternativen

Seit Anfang des Jahres verlangt die Abfallwirtschaft Ludwigslust-Parchim als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger Gebühren für die Entsorgung von Bio-, Garten- und Grünabfällen auf den Wertstoffhöfen sowie über die Biotonne. Das macht die Laubentsorgung in diesem Herbst teurer und umständlicher. Doch es gibt praxistaugliche Alternativen, die einige Gemeinden kostenfrei anbieten.

Pflichten und Kosten für Grundstückseigentümer

Grundstückseigentümer müssen öffentlich zugängliche Bereiche wie Gehwege entlang ihrer Grundstücke regelmäßig von Laub befreien. Wer diese Pflicht ignoriert, riskiert ein Bußgeld und haftet unter Umständen bei Unfällen. Wer keinen eigenen Kompost hat oder die Biotonne nicht ausreicht, muss den Rest auf dem Wertstoffhof entsorgen – was oft weite Wege und Kosten bedeutet.

Selbst wenn Gemeinden Biosäcke abholen, bleibt ein Kostenfaktor: Ein Biosack kostet im Schnitt 1,50 Euro und fasst 60 Liter. Die Folge ist, dass Laub weiterhin verbrannt wird – obwohl das grundsätzlich verboten ist.

Regeln für das Verbrennen von Laub

Das Ordnungsamt in Ludwigslust stellt klar: „Grundsätzlich läuft die Laubabfuhr im öffentlichen Verkehrsraum über die Straßenreinigungsgebühr und das Verbrennen ist verboten.“ Das private Verbrennen sei prinzipiell verboten, da das Laub in diesen Monaten zwangsläufig nass sei und nicht ordnungsgemäß verbrannt werden könne.

Erlaubt ist das Verbrennen von Laub im Herbst lediglich auf privat genutzten Grundstücken vom 1. bis 31. Oktober – und nur, wenn die genannten Entsorgungswege nicht möglich oder unzumutbar sind. Dabei müssen alle Brand-, Umwelt- und Rechtsvorschriften eingehalten werden: ausschließlich trockene pflanzliche Abfälle, keine starke Rauchentwicklung, vorheriges Umlagern zum Tierschutz und ein Mindestabstand von 300 Metern zu schutzbedürftigen Einrichtungen.

Kommunale Laubtouren und Sammelplätze

In Ludwigslust sind bereits Kehrmaschinen unterwegs und saugen das Laub in der Stadt auf. In Dömitz wartet man noch auf die „Hako City Master 1650“-Kehrmaschine. Bei Grundstücken mit breiten Wegen zwischen Bürgersteig und Haustür helfen Laubtouren, die kostenfrei von der Stadt organisiert werden – etwa in Dömitz, Ludwigslust Stadt und Land. Dabei wird streng kontrolliert, ob das Laub aus den Gärten oder tatsächlich aus dem öffentlichen Verkehrsraum stammt.

In allen Ortsteilen von Ludwigslust-Stadt werden inklusive Mittwoch, dem 2. Dezember, noch fünf Laubtouren gefahren. Diese sammeln montags oder mittwochs jeweils einen Laubhaufen pro Grundstück kostenfrei ein. Die Termine stehen im Stadtanzeiger der Stadt Ludwigslust in der Septemberausgabe.

Eldena setzt auf ein bürgernahes Konzept: „Wir in Eldena haben einen Zwischenlösungsplatz, auf den die Bürger zwischen April und Ende November, zweimal die Woche, kostenfrei ihr Laub anliefern dürfen“, sagt Bürgermeister Oliver Kann. Die Abfälle werden dort aufbereitet und über einen Dienstleister fachgerecht entsorgt.

Laub als natürlicher Winterschutz

Statt Laub zu entsorgen oder zu verbrennen, kann man es auch in Gärten als Haufen liegenlassen. Es dient als Rückzugsort für Igel, Mäuse und verschiedene Insekten und nährt den Boden. Auf Beeten schützt Laub empfindliche Kulturen vor Frost. Gerbsäurehaltige Eichenblätter sollten jedoch entsorgt werden, da sie nur langsam verrotten und für säurehaltige Böden sorgen.