Grundstückspreise in LUP: Lage macht bis zu 166.800 Euro Unterschied
Lage macht bis zu 166.800 Euro Unterschied bei Bauland

Wer ein Haus bauen möchte, muss nicht nur Baukosten und Zinsen im Blick behalten. Schon beim Grundstück kann die Lage einen Unterschied von mehreren zehntausend Euro ausmachen. Ein Vergleich von sechs Städten im Landkreis Ludwigslust-Parchim zeigt: Am teuersten ist Bauland in Plau am See, die niedrigsten Werte für Wohnbauflächen wurden in Hagenow und Lübz ermittelt.

Spitzenwerte am Plauer See

In unmittelbarer Nähe zum Ufer des Plauer Sees haben Gutachter den Bodenrichtwert für einen Quadratmeter baureifes Land auf 300 Euro festgelegt. Damit ist Plau der Ausreißer nach oben. Doch auch andere Städte im Landkreis erreichen dreistellige Werte: In Boizenburg liegen die Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen bei bis zu 150 Euro pro Quadratmeter, in Parchim bei 145 Euro pro Quadratmeter.

Am unteren Ende der Skala stehen Hagenow und Lübz mit einem niedrigsten Bodenrichtwert von jeweils 22 Euro pro Quadratmeter. Solche Unterschiede können in der Gesamtsumme schnell mehrere zehntausend Euro ausmachen.

Was der Bodenrichtwert aussagt

Der Bodenrichtwert ist kein tatsächlicher Kaufpreis für ein Grundstück, bietet aber eine Orientierung, wie viel der Grund und Boden in einem bestimmten Gebiet durchschnittlich wert ist. Die amtliche Kennzahl basiert auf echten Kaufpreisen vergleichbarer Grundstücke innerhalb einer Zone und wird von Gutachterausschüssen für Immobilienwerte erfasst.

Für Käufer bietet der Bodenrichtwert eine erste Einschätzung des Grundstücks. Verkäufer können ihn nutzen, um einen realistischen Verkaufspreis festzulegen. Der tatsächliche Grundstückspreis hängt jedoch von Lage, Größe, Zuschnitt und weiteren Besonderheiten des Grundstücks ab.

Beispielrechnung zeigt große Differenz

Wie stark die Lage ins Geld gehen kann, zeigt eine Beispielrechnung für ein 600 Quadratmeter großes Grundstück: Die Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Bodenrichtwert beträgt 166.800 Euro. In Plau am See zeigt sich zugleich, wie wenig sich eine ganze Stadt mit einem einzigen Preis beschreiben lässt – dort liegt der niedrigste betrachtete Bodenrichtwert bei lediglich 30 Euro pro Quadratmeter.

Markt belebt sich wieder

Der Verkauf von Grundstücken hat im Landkreis Ludwigslust-Parchim (LUP) nach mehreren Jahren der Krise wieder angezogen. Die Zahl der Kaufverträge war im vergangenen Jahr erstmals seit 2022 wieder gestiegen, heißt es im Grundstücksmarktbericht des Landkreises. Besonders gefragt waren demnach 2025 unbebaute Grundstücke: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Gutachter in diesem Segment einen Zuwachs der Verkäufe um 56 Prozent.

Ein unbebautes Grundstück für ein Einfamilienhaus kostete demnach je nach Lage im Schnitt 30 bis 195 Euro pro Quadratmeter. Für frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser (Baujahr ab 1991) wurde kreisweit ein mittlerer Gesamtkaufpreis von 303.700 Euro fällig – rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Häuser mit Baujahr 1950 bis 1990 kosteten im Mittel 185.000 Euro.