In den Herbstferien in Mecklenburg-Vorpommern (15. bis 25. Oktober) müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen. Auf der Bahnstrecke zwischen Rostock und Berlin fallen Halte aus, und auf einigen Autobahnen drohen Staus.
Bahnverkehr: Halteausfälle auf der Strecke Rostock–Berlin
Wer in den Ferien von Rostock nach Berlin fahren will, muss sich auf Halteausfälle einstellen, wie die Deutsche Bahn (DB) auf Nachfrage mitteilte. Seit Anfang Oktober entfallen auf der Linie IC17 sämtliche Stopps in Waren (Müritz), am Hauptbahnhof Neustrelitz und in Oranienburg. Die Züge halten stattdessen am Schweriner Hauptbahnhof. Die Fahrtzeit nach Berlin verlängere sich um bis zu 90 Minuten. Zusätzlich starten oder enden einige Züge ab dem 17. Oktober abweichend erst in Bad Kleinen.
Auch im Regionalverkehr werden ab dem 16. Oktober auf der Linie RE5 zwischen Rostock und Berlin die Stopps zwischen Waren (Müritz) und Neustrelitz gestrichen. Es gibt einen Ersatzverkehr mit Bussen. Der RE5 zwischen Stralsund und Berlin ist hiervon nicht betroffen. Grund für die Ausfälle seien Baumaßnahmen, die Mitte Dezember enden sollten. „Wir müssen immer Gleise instand halten und deshalb bauen“, sagte ein Bahnsprecher.
Der Fahrgastverband Pro Bahn rät dazu, sich vor der Fahrt noch einmal zu informieren: „Reisende sollten in jedem Fall mehr Zeit einplanen und ihre Fahrt kurz vor Reisebeginn in der Auskunft überprüfen und gegebenenfalls alternative Reisewege suchen, wenn sie nicht mit dem SEV fahren möchten“, sagte der Landesvorsitzende Marcel Drews. Möglicherweise müsse umgebucht werden.
ICE-Halte am Hamburger Hauptbahnhof entfallen
Erst vergangene Woche hatte die Bahn bekanntgegeben, dass mehrere ICE-Linien von Binz und Greifswald Richtung Nordrhein-Westfalen und Hannover bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember nicht mehr am Hamburger Hauptbahnhof halten. Wer zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg pendelt, kann dort also vorübergehend nicht ein- oder aussteigen. Betroffen seien die ICE 1033, 1037 und 1535 in Richtung Hamburg und die ICE 1536, 1036 und 1032 in die Gegenrichtung. Ausgenommen sind die frühen Verbindungen ab Rostock (ICE 1521 und 585) sowie die spätabendlichen nach Rostock (ICE 588 und 1520). Nach eigenen Angaben will die Bahn damit die Pünktlichkeit stabilisieren.
„Die Situation im Schienenfernverkehr ist aufgrund der Vielzahl von Baumaßnahmen herausfordernd“, hieß es vom Wirtschaftsministerium auf Nachfrage. „Insbesondere die Entscheidung der Deutschen Bahn, einige tägliche Fernverkehrszüge bis Dezember nicht mehr am Hamburger Hauptbahnhof halten zu lassen, kann zusätzliche Belastungen für Reisende mit sich bringen.“ Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) hatte dies deutlich kritisiert und eine verbindliche Zusage gefordert, dass diese Einschränkungen nur von kurzer Dauer bleiben.
Staugefahr auf den Straßen
Auch auf den Straßen könnten Reisende starke Nerven brauchen: An einzelnen Baustellen, wie auf der Autobahn 14 beim Rastplatz „Plater Berge“ (Ludwigslust-Parchim), sorgt eine einspurige Straße nach Angaben des ADAC Hansa für Staupotenzial. Vor allem in Richtung der Urlaubsregionen an der Ostseeküste werde prinzipiell mehr Verkehr erwartet. Schwerpunkte seien besonders die Brücken auf die Inseln Rügen und Usedom sowie die Autobahnen wie die A20. Mit größeren Staus rechnet der Autoclub aber nicht.
Laut Autobahn GmbH Nordost könnte es besonders am 16. und 17. Oktober auf den Autobahnen spürbar voller werden. Wer beispielsweise aus MV durch Hamburg fährt, muss zudem mit schwierigen Bedingungen rechnen: Wegen eines Wasserrohrbruchs ist der Verkehr im Stadtgebiet stark beeinträchtigt. Eine großräumige Umfahrung der Stadt ist allerdings kaum möglich, weil die Elbbrücken östlich von Hamburg den Verkehr nicht aufnehmen können.
Dennoch dürfte der Reiseverkehr in diesem Jahr etwas weniger werden als im vergangenen Jahr, so die Autobahn-Gesellschaft. Weil der Reformationstag und Allerheiligen auf ein Wochenende fielen, gebe es weniger Gelegenheiten für verlängerte Wochenenden und Kurzurlaube.
ADAC-Tipps für die Fahrt
Die Straßenbauverwaltung des Landes achte darauf, dass es während der Ferien möglichst wenig Baustellen gebe, so das Wirtschaftsministerium. Beispielsweise sei die Straßenerneuerung auf der Landesstraße 121 bei Fährdorf (Zufahrt zur Insel Poel) bewusst vor den Ferien abgeschlossen worden. Die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 196 zwischen Süllitz und Sellin auf Rügen würden erst nach den Ferien beginnen. Für MV als Tourismusland und Wirtschaftsstandort seien zuverlässige Verkehrsverbindungen generell von großer Bedeutung.
Um trotz allem nicht in einen Stau zu geraten, sollten Reisende möglichst antizyklisch losfahren, rät der ADAC-Experte – also möglichst früh oder sehr spät. „Damit hat man die größten Chancen, gut durchzukommen.“ Es sei zudem ratsam, etwa über Navigationsapps die Verkehrslage zu überprüfen und gegebenenfalls mehr Zeit einzuplanen, um nicht in Stress zu kommen.