Röbel will maroden Radweg Richtung Gotthun erneuern
Röbel will Radweg Richtung Gotthun erneuern

Die Röbeler Stadtvertretung hat sich mehrheitlich für die Sanierung und den Ausbau des Radweges von Marienfelde in Richtung Gotthun ausgesprochen. Der betroffene Abschnitt des Müritz-Rundweges ist rund 1,6 Kilometer lang, davon liegen etwa 1,3 Kilometer auf Röbeler Gebiet.

Desolater Zustand des Radweges

Der derzeit 2,20 Meter breite Weg sei aufgrund von Durchwurzelungen und Absackungen in einem desolaten Zustand, erläuterte Stadtpräsident Dierk Kroeger (CDU) in der jüngsten Sitzung. Geplant sei ein Ausbau auf 2,50 Meter Breite mit Wurzelschutz und einem stabileren Unterbau.

Obgleich einige Teile des Radweges von Marienfelde nach Gotthun noch relativ gut in Schuss sind, gibt es aufgebrochene Stellen. Wurzelschäden und abgesackter Asphalt machen den Fahrern auf dem Teilstück zu schaffen.

Kosten und Fördermittel

Die Kosten werden derzeit mit rund 750.000 Euro veranschlagt. Auf Röbel entfallen davon etwa 584.000 Euro, auf Gotthun rund 166.000 Euro. Für Röbel wird mit einer Förderung von 75 Prozent gerechnet, für Gotthun mit 90 Prozent. Die verbleibenden Eigenmittel beider Kommunen soll zur Hälfte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte tragen.

Grundsätzliche Zustimmung kam auch von Hans-Dieter Richter (SPD), allerdings verbunden mit Bedenken. Er befahre die Strecke nahezu täglich. „Ich bin ein wenig skeptisch und suche nach Lösungen für diese Skepsis“, sagte er. Grundsätzlich sei er dafür, Fördermittel zu nutzen, um touristische Angebote wie den Radweg zu verbessern. Bei einer Investition von einer Dreiviertelmillion Euro müsse jedoch genau hingeschaut werden.

Bedenken und Alternativen

Richter verwies zugleich auf den weiteren Verlauf der Strecke. Dort gebe es Abschnitte, auf denen Radfahrer noch über einen alten DDR-Plattenweg fahren müssten. „Da fährt man sich aus dem Weg“, beschrieb er dessen Zustand. Er stellte die Frage, ob auf dem jetzt vorgesehenen Abschnitt tatsächlich überall ein kompletter Neubau notwendig ist. Einige Schadstellen seien inzwischen entschärft, nachdem morsche Bäume gefällt worden seien, die teilweise auch Ursache für die Schäden gewesen seien. Die ersten 400 bis 500 Meter von Marienfelde aus seien aus seiner Sicht noch gut befahrbar. „Ich will einfach nur dazu anregen, dass, wenn die Planung beginnt, man sich das genauer anschaut.“

Bürgermeister Matthias Radtke (parteilos) sprach sich dafür aus, das Vorhaben weiterzuverfolgen. „Ich glaube, dass wir diese Chance nutzen müssen“, sagte er. Der Eigenanteil sei im Verhältnis zum Gesamtvolumen gering. Zudem müsse die Stadt ohnehin etwas an dem Radweg tun.

Nächste Schritte

Mit dem Grundsatzbeschluss ist der Ausbau noch nicht unmittelbar beschlossen. Die Verwaltung wird zunächst beauftragt, Fördermittel einzuwerben und die notwendigen Vorleistungen auf den Weg zu bringen. Dazu gehören unter anderem ein Bodengutachten und eine genaue Vermessung. Auch die Achse des Radweges soll teilweise in Richtung Acker verschoben werden; im Norden ist ein Lückenschluss vorgesehen.

Bau-, Finanz- und Hauptausschuss hatten das Vorhaben bereits vorberaten. Die Stadtvertretung gab dem Grundsatzbeschluss schließlich mehrheitlich grünes Licht.