Stickerflut in Nordwestmecklenburg: Sisyphusarbeit für Bauhöfe
Stickerflut: Sisyphusarbeit für Bauhöfe

In Nordwestmecklenburg haben Kommunen zunehmend mit Aufklebern an Laternenmasten, Fallrohren, Stromkästen und Verkehrsschildern zu kämpfen. Das Entfernen der sogenannten Sticker beschert Bauhof-Mitarbeitern und Straßenmeistereien zusätzliche Arbeit – und kostet Zeit und Geld.

Endlose Geschichte für den Bauhof

Jens Zollhöfer vom Gadebuscher Bauhof spricht von einer Sisyphusarbeit: „Wenn morgens Aufkleber entfernt wurden, seien bereits am nächsten Tag wieder neue Sticker zu sehen.“ Die Arbeit sei zeitaufwendig und gehe zulasten anderer, sinnvollerer Aufgaben.

Mit einem Spachtel versuchen er und seine Kollegen, wann immer sie Zeit finden, die Sticker zu entfernen. Zum Einsatz kommt auch ein Spezialspray, um Kleberrückstände zu beseitigen.

Fußballvereine und Politik als Motive

Zu 90 Prozent hätten die Aufkleber einen Bezug zu Fußballvereinen, erklärt Zollhöfer. Aber auch Sticker mit politischem Inhalt würden an Laternenmasten, Fallrohren oder Papierkörben platziert. „Selbst Verkehrsschilder sind davon betroffen.“

Eine Passantin in der Lübsche Straße in Gadebusch, wo Zollhöfer gerade einen Sticker entfernt, kommentiert: „Das ist eine Sauerei. Das Ärgerliche ist, dass diejenigen fast nie erwischt werden, die diese Aufkleber hier anbringen.“

Schüler helfen, Stadt sucht Aktionen

Wie kompliziert das Entfernen ist, können sich demnächst auch Schüler in Gadebusch vorstellen. „Einige Regionalschüler wollen uns dabei helfen. Das ist eine schöne Unterstützung, selbst wenn die Schüler vielleicht nur fünf Laternenmasten schaffen“, sagt Zollhöfer. Er schätzt die Zahl der Sticker im Stadtgebiet auf mindestens 1000.

Rehna ebenfalls betroffen

Auch in der Klosterstadt Rehna und ihren Ortsteilen kleben Sticker an Laternenmasten, Papierkörben, Strom- und Verteilerkästen sowie Verkehrszeichen. Selbst ein relativ neues Buswartehäuschen an der B104 in Nesow ist teilweise zugepflastert. Das sorgt für Ärger und zusätzliche Kosten.

„Es ist schlimm und stört mich gewaltig“, sagt Rehnaer Bürgermeister Martin Reininghaus. Auch er denke über eine gemeinsame Aktion zum Entfernen der Aufkleber nach.

Kommunen weisen darauf hin, dass das Bekleben von Verkehrszeichen kein Kavaliersdelikt ist: Es kann als Sachbeschädigung oder gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gewertet werden. Wer erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen.