Auf schwarzen Inline-Skates rollte Kate Bross schwungvoll in die Carlower Kirche. Als Nonne verkleidet sorgte sie zusammen mit Donatella Divanese, Vander Lizm und Giselle Schaft im Gotteshaus für eine ungewöhnliche Stimmung. Diese Freiheit gab es nicht immer im Leben von Kate Bross, die als Sebastian Krenzin in Carlow aufwuchs und das Gadebuscher Gymnasium besuchte.
Der Weg vom Dorf nach Hamburg
„Ich glaube, jeder kann sich vorstellen, dass es auf dem Dorf schwierig ist, Anerkennung als Schwuler oder Lesbe zu finden. Deshalb bin ich nach dem Abitur nach Hamburg gegangen“, erklärt der heute 36-Jährige. Auf dem Hamburger Kiez fühlte er sich verstanden, anerkannt und frei.
Nach einer Ausbildung zum Kosmetiker und später zum Make-up-Artist sorgte ein Zufall für eine ungeplante Karriere. „Bei einem Dreh, bei dem ich für einen privaten Fernsehsender die Künstler schminkte, traf ich Olivia Jones, Deutschlands bekannteste Dragqueen“, berichtet der frühere Carlower.
Begegnung mit Olivia Jones verändert das Leben
Diese Begegnung veränderte vor etwas mehr als einem Jahr das Leben von Sebastian Krenzin. „In der Olivia-Jones-Bar traf ich auf Vander Lism, die die Drag-Shows moderierte und immer wieder Nachwuchskünstlern die Möglichkeit gibt, sich auszuprobieren. Das habe ich angenommen“, sagte Krenzin. Plötzlich stand er als Kate Bross im Rampenlicht des Hamburger Kiez.
Vor dem ersten Auftritt hatte Kate Bross noch nicht das Gefühl, als Dragqueen durchstarten zu wollen. „Eigentlich dachte ich, das wäre nichts für mich. Aber ich fand dann schon einen ziemlichen Gefallen daran“, erklärte sie.
Auftritte in Norddeutschland und Carlow
Das Gastspiel auf dem Kiez in St. Pauli sprach sich herum, es folgten Auftritte unter anderem beim CSD in Lübeck und bei der Eröffnung des Igel-Ecks in Carlow. „Deshalb kannten mich hier in der Carlower Kirche schon einige als Dragqueen. Ich war trotzdem überrascht, was bei unserem Auftritt los war. Das war eine riesige Überraschung“, meinte die Künstlerin.
Auftritte auf dem Land sind für Kate Bross etwas Besonderes. „Wir möchten Vielfalt auf das Land bringen und Vorurteile abbauen“, sagte sie. Beim Auftritt in der Carlower Kirche ist das ihr und ihren drei Kolleginnen gelungen.