Trotz zahlreicher Hass-Kommentare in sozialen Netzwerken und auf der Internetseite der Dorfgemeinschaft erlebten die Besucher in der Carlower Kirche einen Auftritt, den sie so schnell nicht vergessen werden. Initiiert vom ehemaligen Carlower Sebastian Krenzin, sorgte die Show für eine Stimmung, die an ein Rockkonzert erinnerte.
Von Hass-Kommentaren zur gefeierten Show
Tanzende Menschen, Zugabe-Rufe und tosender Applaus in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Carlower Kirche waren die Folge. Dies stand im krassen Widerspruch zu dem, was sich zuvor im Internet abgespielt hatte. „Wir mussten die Kommentar-Funktion auf unserer Internetseite abschalten. Es war ziemlich hässlich, was dort gepostet wurde“, erzählte eine der Veranstaltungshelferinnen.
In der Kirche war die Stimmung allerdings eine ganz andere. Schnell animierten die vier Dragqueens die Besucher zum Mitsingen. „Früher habe ich im Krippenspiel hier den König gespielt. Dass ich eigentlich die Maria sein wollte, sah zu diesem Zeitpunkt niemand“, nahm sich Initiator und Moderator Sebastian Krenzin, alias Kate Bross, selbst auf die Schippe.
Überwältigende Resonanz
Der 36-Jährige war schon Tage vor dem Auftritt nervös und hatte keine Ahnung, was ihn in der Carlower Kirche erwarten würde. „Ich wusste nicht, ob wir fünf oder 100 Zuschauer in die Kirche bekommen würden. Aber am Ende muss ich sagen, dass es einfach überwältigend war, was hier in Carlow los war“, erklärte der frühere Carlower.
Ähnlich sah es auch Pastorin Ulrike Kurzweg. Sie hatte sich ebenfalls um die Organisation der Veranstaltung in der Kirche gekümmert und auch einige Textzettel zum Mitsingen kopiert. „Es tut mir leid, dass nicht jeder einen Liedzettel bekommt. Dass hier so viele Besucher erscheinen, hatte ich nicht erwartet“, sagte sie kurz vor der Show.
Ein Abend voller positiver Energie
Spätestens nachdem die Besucher vor dem Altar zu tanzen begannen und nach dem letzten Lied der vier Dragqueens Zugabe-Rufe durch das Gotteshaus hallten, waren für diesen Augenblick alle Hass-Kommentare vergessen. Auch im Dorf Carlow sorgte die queere Gesellschaft für einen Abend voller positiver Energie.
Unter dem Motto „Drag the walls down“ haben Kate Bross, Vander Lizm, Giselle Schaft und Donatella Divanese für Vielfalt auf dem Dorf gesorgt. Die Veranstaltung ist Teil der Festivalreihe „Dorfkirche mon Amour“.