In Burg Stargard hat die „Fellfreunde Hundekita“ eröffnet. Lisa Rodewald und Vivi Stremech haben dafür eine ehemalige Lagerhalle im Mühlenweg 12b in einen Betreuungsraum für Hunde verwandelt. Die Räume erinnern mit Sofa, Esstisch und großer Fensterfront eher an ein Wohnzimmer als an eine Tierbetreuung.
Ein Traum von eigener Hunde-Kita
Gegründet hat die Einrichtung Lisa Rodewald. Die 35-Jährige arbeitet mit der 33-jährigen Vivi Stremech zusammen, beide stammen aus Neubrandenburg. „Wir fühlen uns nicht wie Chefin und Angestellte“, sagt Rodewald. Ihre eigenen Hunde gehören zum Alltag: Rodewalds zweijähriger Australian Shepherd Jocker und Stremechs dreijähriger Galgo Mango.
„Wir haben einen festen Ablauf wie in der Kita“, erklärt die Unternehmerin. Dazu gehören Bewegungs-, Spiel- und Ruhezeiten. Für Hunde, die mehr Abstand brauchen, gibt es einen Ruheraum. Boxen werden zum Training und für kurze Ruhephasen genutzt – nicht zur dauerhaften Unterbringung. Auch Maulkorbtraining gehört zum Konzept.
Vom Lager zum Hunde-Wohnzimmer
Von der früheren Nutzung ist kaum noch etwas zu sehen. In dem Gebäude wurden früher Badewannen, Duschen, Heizungen und andere Sanitärgegenstände gelagert, auch ein Gabelstapler stand dort. Rodewald beschreibt den Zustand vor dem Umbau als „Katastrophe“. Wände und Decke wurden erneuert, der Boden neu gegossen und die Holzbalken aufgearbeitet.
Besonders aufwendig wurde die Sanierung wegen eines Feuchtigkeitsproblems. Die Wand zwischen Haupthaus und Anbau war komplett nass. Vier Schichten Tapete mussten entfernt werden, anschließend wurde eine Sperre gegen die Feuchtigkeit eingebaut. Weil Regenwasser vom Hang in Richtung Haus läuft, sind weitere Abdichtungs- und Drainagearbeiten geplant.
Eigenleistung und Investitionen
Draußen haben die beiden viel selbst gemacht. Die Terrasse bauten sie weitgehend in Eigenleistung, Freunde halfen gelegentlich. Die Außenflächen wurden neu gestaltet, ein Zaun gesetzt und Bäume zurückgeschnitten – „mit eigener Kraft und Schweiß und Blut“. Rund 50.000 Euro wurden nach eigenen Angaben bereits investiert, am Ende könnten es eher 60.000 werden. Das Haus gehört weiterhin den Vermietern, Rodewald hat jedoch ein auf zwei Jahre festgelegtes Vorkaufsrecht.
Nicht jeder Hund passt in die Gruppe
Das Interesse war schon vor der Eröffnung groß, sagt die Inhaberin. Mehr als 20 Hundehalter hätten sich bereits gemeldet. Aufgenommen würden aber nicht beliebig viele Tiere. Die Zahl richte sich nach Vorgaben des Veterinäramtes und unter anderem nach Platzbedarf und Größe der Hunde. Im Gespräch sei eine Obergrenze von 15 Hunden, auch die eigenen Tiere zählten mit.
Entscheidend sei außerdem, ob ein Hund in die bestehende Gruppe passt. Grundimpfschutz, Stubenreinheit und ein Mindestalter von sechs Monaten gehörten zu den Voraussetzungen. Bei unkastrierten Rüden werde individuell entschieden. Impfungen, Entwurmung und Zeckenschutz werde mit den Haltern besprochen.
Die Frauen haben sich auf die Betreuung vorbereitet: Beide verfügen über einen Sachkundenachweis nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes. In Rostock absolvierten sie außerdem einen Praxistag in einer Hundetagesstätte und betreuten unter Anleitung eine Gruppe von elf Hunden. Die Idee für das eigene Angebot entstand vor allem aus Rodewalds Alltag. Als Immobilienmaklerin, Mutter und Hundebesitzerin suchte sie selbst nach einer verlässlichen Betreuung. Ein Vorbild fand sie im „Hundehafen“ in Rostock.
Was Hundehalter wissen sollten
Bei gesundheitlichen Problemen gebe es klare Grenzen: Die Betreiberinnen könnten beispielsweise eine Wunde reinigen oder einen Verband anlegen. Medizinische Eingriffe wie Spritzen verabreichen dürften sie nicht übernehmen. Für Notfälle solle es eine Absprache mit einem Tierarzt geben.
Die Halle solle künftig außerdem für Hundetrainer, Seminare und Veranstaltungen vermietet werden. Die Betreiberinnen selbst verstehen sich als Betreuungspersonal, nicht als Hundetrainerinnen oder Tierärztinnen. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an [email protected].