Mehr als 300 Pilzarten waren bei einer gemeinsamen Ausstellung des Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ Rehna und des Pilzvereins Steinpilz Wismar „Reinhold Krakow“ im Kloster Rehna zu sehen. Die Mitglieder beider Vereine teilen ihre Leidenschaft für die Organismen, die in der Region auf Wiesen und in Wäldern wachsen. Mit der Ausstellung zeigten sie, wie vielfältig der Pilzbestand ist.
Nachfrage nach Pilzberatung steigt
Laut Informationen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales ist das Sammeln und Zubereiten von Pilzen seit mehr als 2000 Jahren Bestandteil der menschlichen Esskultur. Doch wer die Schätze des Waldes sicher verzehren möchte, benötigt einen geschulten Blick und meist über Jahre angesammeltes Wissen. Die Nachfrage bei den Pilzexperten aus der Region ist entsprechend groß.
„Wir haben sehr viel Andrang, mit den Lehrwanderungen etwa kommt man gar nicht hinterher“, schildert Pilzberater und -sachverständiger Phillip Buchfink. Auch die Nachfrage an der Pilzberatung, bei der er die von anderen mitgebrachten Funde genau anschaut und erklärt, sei in letzter Zeit stark angestiegen.
Vergiftungen durch Giftchampignons
Gerade wenn das eigene Wissen noch nicht ausgereift ist oder Unsicherheiten bestehen, ist es ratsam, die Pilzberater zu konsultieren. Mitunter kommt der Anruf jedoch zu spät. „In den vergangenen zwei Wochen sind viele Vergiftungen zu verzeichnen“, berichtet Phillip Buchfink. So hätten ihn viele Anrufe aus Kliniken erreicht. Grund für die Vergiftungen seien insbesondere Giftchampignons.
Ebenfalls wenn Pilzsammler etwa auf der Suche nach Perlpilzen sind, aber den Pantherpilz nicht kennen, kämen Vergiftungen zustande. „Ansonsten sind die meisten Vergiftungsfälle, mit denen ich vom Giftnotruf betraut werde, eigentlich besorgte Mütter, die sich um ihr Kind sorgen, weil es gerade einen Pilz in den Mund gesteckt hat“, schildert Buchfink.
Verein mit 80 Mitgliedern
Die Mitglieder der beiden Pilzvereine beschäftigen sich meist schon mehrere Jahrzehnte mit der Pilzkunde. „Irgendwann ging es damals einfach los, ernsthafter zu werden. Also nicht nur den Korb vollzumachen, sondern auch wirklich nachzuforschen, was es denn da noch zu finden gibt. Das ist so spannend“, erzählt Torsten Richter, Vorsitzender des Rehnaer Pilzvereins. „Und wenn man dann noch ein Mikroskop hat, wird es erst richtig toll. Dieser Mikrokosmos ist irre“, so der ehemalige Chemie- und Biologielehrer.
Der 2003 gegründete Rehnaer Pilzverein zählt 80 Mitglieder. Ihr Wissen und die Begeisterung für die Mykologie versuchen die Pilzfreunde auch an junge Generationen weiterzugeben. So wurde vor vielen Jahren durch Torsten Richter an der Rehnaer Schule ein Zeichenwettbewerb ins Leben gerufen. Auch diesmal haben Schüler thematisch passende Kunstwerke in ihrer Freizeit erstellt. Bei der Ausstellung konnten die Besucher ihre Stimme für ihr favorisiertes Pilz-Bild abgeben, auch Zeichnungen von Erwachsenen wurden ausgestellt.